Fischkrankheiten 2/2
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Fleckenseuche
Als Fischkrankheit weit verbreitet unter unseren Süßwasserfischen sind die sog. Fleckenseuchen,
deren Erreger Fleckenseucheverschiedene Bakterienarten der Gattung Pseudomonas und Aeromonas
sind. Die Haut erkrankter Fische weist anfangs fleckenartige Rötungen auf. Dann lösen sich die
Schuppen ab, und Geschwüre entstehen, die sich an den Seiten flächig ausbreiten. Aber auch am
Kopf (Hecht), in der Kiefer- und Augenregion bilden sich derartige Zerstörungen. Die Schwanzflosse
ist meist zerfasert, der After vorgestülpt. Rotaugen und Brachsen zeigen gelegentlich
Ascites-Bildung. Die Leber ist gelb verfärbt mit punktförmigen Blutungen. Fleckenseuchen wurden
bei fast allen Süßwasserfischarten beobachtet: Hecht (Hechtpest) , Weißfische, Renkenartige,
Zander und Barsch. Die Erkrankung tritt in Teichanlagen und Wildgewässern auf, wobei ein direkter
Zusammenhang zur Belastung mit organischen Abwässern zu bestehen scheint.
Flossenfäule
Eine weitere ernstzunehmende Fischkrankheit ist die Flossenfäule, die ebenfalls von Bakterien
hervorgerufen wird. Es kommt zu schweren Entzündungen insbesondere der Schwanzflosse. Im
Endstadium ist nur noch der blutige, meist verpilzte Schwanzstumpf vorhanden. Flossenfäule kann
bei allen Süßwasserfischarten auftreten.
Saprolegnia
Ein oder mehrere weißgefleckte Fische (wattebauschartige, grauweiße Verpilzungen) schwimmen
faul an der Wasseroberfläche, deutlich von einem Pilzbefall gezeichnet, der leicht zu erkennen ist.
Die weißen Flecken auf dem Fisch rühren von einem Schimmelpilz her, der Saprolegnia heißt. Diese
Pilze können sich aber in der Regel nur auf dem Fisch ansiedeln, wenn die schützende
Schleimschicht bzw. die Oberhaut verletzt ist.
Derartige Pilzwucherungen können die Folge von Stich- oder Bisswunden durch andere Organismen
oder von mechanischen Verletzungen sein, aber auch durch Temperatur- oder
Abwassereinwirkungen hervorgerufen werden. Der Pilz kommt natürlich vor in allen Süßgewässern
und greift geschwächte Fische an. Häufig zeigt es sich, dass besonders ältere männliche Forellen
stark betroffen sind. Die Ursache hierfür ist hauptsächlich, dass die Immunabwehr der Fische
während und nach der Laichzeit geschwächt ist.
Das besonders die männlichen Fische vom Schimmelpilz angegriffen werden, liegt an ihrem
aggressiveren Verhalten, das häufig in richtigen Kämpfen um die weiblichen Fische mündet. Diese
Kämpfe sind oft so heftig, dass sich die Fische gegenseitig Schrammen und Risse in der Haut
zufügen, und der Schimmelpilz dadurch wiederum eine Möglichkeit zum Angriff hat.
Saprolegnia ist ein echter Schwächeparasit, der in der Regel immer sekundär auftritt und im
übrigen alle Fischarten befallen kann. In der Teichwirtschaft hat sich für die Bekämpfung von
Saprolegnia Malachitgrün (Malachitgrünchlorid tgba.org oder Malachitgrünoxalat mit dem Zusatz
"für die Fischzucht") bewährt. Wichtiger als die Bekämpfung ist jedoch die Vorsorge, also gute,
gesunde Haltung und Vernichtung aller Parasiten. Die direkte Bekämpfung von Saprolegnia ist
immer nur ein Kurieren der Symptome und nicht der Ursachen der Erkrankung.
(Grieskörnchen-Krankheit)
GrieskörnchenErreger ist das zu den Protozoen gehörende, bis zu 1 mm große Wimperntierchen
Ichthyophthirius multifiliis. Der Parasit lebt eingekapselt in der Unterhaut und im Kiemengewebe,
das er zerstört. Nach einiger Zeit fällt er vom Fisch ab, sinkt auf den Gewässergrund und bildet dort
durch Teilungen zahlreiche Schwärmer, die ihrerseits neue Fische befallen. Die erkrankten Fische
magern stark ab und scheuern sich häufig an festen Gegenständen im Wasser. Mit bloßem Auge, vor
allem aber mit einer Lupe tgba.org , beobachtet man auf der Haut kleine weiße Pünktchen, als ob
der Fisch mit Gries überstreut worden wäre. Achtung: Verwechslungsgefahr mit dem Laichausschlag
der Karpfenfische. Dieser Parasit kann erhebliche Verluste in der Population hervorrufen. Er befällt
alle einheimischen Süßwasserfische.
Furunkulose
Aeromonas salmonicida
Betroffene Fischarten, sind besonders Salmoniden.
Die geschilderten Symptome müssen nicht gemeinsam auftreten da insgesamt drei verschiedene
Arten der Furunkulose unterschieden werden.
Die akute Form dieser Fischkrankheit ist hauptsächlich an den inneren Blutungen sowie Glotzaugen
zu erkennen. Eine chronische Form ist an den Rötungen der Flossenansätze bzw. zerfransten Flossen
zu erkennen und die Darmfurunkulose ist besonders an der entzündeten Darmschleimhaut sowie aus
dem After hängende Schleim- und/oder Kotfäden.
Auch bei der Furunkulose gibt es infizierte Fische die keine sichtbaren Zeichen der Erkrankung
zeigen, aber dennoch die Bakterien mit sich tragen.
Da die Krankheit fast ausschließlich in Zuchtbetrieben auftritt, werden andere Fischarten nur
infiziert wenn diese zusammen gehalten werden.
Von außen sichtbare Symptome sind:
Glotzaugen,
dunkle Flecken auf der Haut,
kleine Rötungen an den Flossenansätzen,
zerfranste Flossen,
aus dem After hängende Schleim-, Kotfäden,
im inneren des Fisches sichtbar:
geschwollene Milz,
Blutungen der Organe,
Blut im Darm,
entzündete Darmschleimhaut.
Infektionöse Pankreasnekrose (IPN)
Betroffene Fischarten sind Salmoniden.
Betroffen von der Erkrankung ist die Brut bis zu einem halben Jahr.
Seltener sind ältere Fische betroffen, sie sind zwar Virenträger, aber die Krankheit bricht nicht aus.
Symptome von außen sichtbar:
- aus dem After hängende Schleim-, Kotfäden dunkelfärbung Glotzaugen blasse Kiemen Blutungen
an den Flossenansätzen vordere Bauchraum aufgetrieben
- schnelles Schwimmen in der Seitenlage
Forellenseuche
Virale Haemorrhagische Septikämie (VHS)
VHSbetroffene Fischarten: Forellen, seltener Äsche, Hecht, Lachs, Saibling
Symptome von außen sichtbar:
dunkelfärbung Glotzaugen Blutungen im Auge blasse Kiemen Blutungen im Bauchraum
im inneren des Fisches sichtbar:
kommaförmige Blutungen in der Muskulatur blasse Leber
Pockenerkrankung
Eine weitere Viruserkrankung der Cypriniden sind die als Pocken bezeichneten
Oberhautwucherungen. Sie rufen zwar keine großen Verluste hervor, jedoch wird das Wachstum der
Fische gestört und stark verlangsamt. Bei dieser Krankheit treten anfangs an den Flossen
stecknadelgroße, harte, gallertig bis milchig aussehe1nde Hautverdickungen auf, die allmählich
flächenförmig auswachsen und sich über den ganzen Körper ausweiten. Bei schweren
Krankheitsfällen kommt es zu einer Knochenerweichung, so dass man die Fische in jede Richtung
biegen kann. Klingt die Erkrankung ab, festigt sich das Skelett wieder, doch bleiben meist
Wirbelsäulenverkrümmungen zurück.
Der Ausbruch dieser Pockenepitheliome ist vermutlich außer vom Erreger auch noch von anderen
Faktoren, wie der genetischen Veranlagung und schlechten Umweltbedingungen abhängig. Eine
generell erfolgreiche Behandlungsmethode gibt es nicht. Es wird jedoch vitamin- und
mineralstoffreiche Nahrung empfohlen sowie Umsetzen in einwandfreies Wasser.
Koi-Herpes
Quelle: Universität von Florida; Kathleen H. Hartman, Roy P.E. Yanong, B. Denise Petty, Ruth
Francis-Floyd and Allen C. Riggs.
Das Koi Herpes Virus (KHV), eine höchst infektiöse Fischkrankheit , kann bei gewöhnlichen Karpfen
zu einer erheblichen Sterblichkeit führen.
Historisch gesehen trat der erste Ausbruch des KH-Virus erstmals 1998 auf, wurde dann 1999 in
Israel bestätigt. Seitdem wurden Fälle in den Vereinigten Staaten, Europa und Asien gemeldet.
Jetzt hat diese Fischseuche Europa erreicht und in Thüringen und Sachsen bereits in zwei
Teichwirtschaften zum Tod von insgesamt 150 Tonnen Speisekarpfen geführt. Fischereiverbände
fordern deshalb dringend, beim Handel mit Kois Gesundheitszertifikate und Grenzkontrollen zur
Pflicht zu machen und bei Verdachtsfällen Quarantänemaßnahmen vorzuschreiben
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