Posenangeln

Beim Posenangeln ist es wichtig, dass die Pose perfekt austariert ist. ©Lum3n.com


1. Allgemeines zum Posenangeln

Eine standard Angelmethode ist das Angeln mit der Pose. Damit können alle Gewässertiefen beangelt werden.

  1. Angeln am Grund – der Köder liegt auf dem Grund.
  2. Angeln über dem Grund – der Köder schwebt einige Zentimeter über Grund.
  3. Angeln in mittlerer Gewässertiefe – selten, da Fische diese Bereiche nur gelegentlich aufsuchen.
  4. Angeln nahe der Wasseroberfläche – der Köder schwebt knapp unter oder an der Wasseroberfläche.
Angelposen

Es gibt viele verschiedene Angelposen. Bei der Auswahl sind einige Dinge zu beachten. © Paul Lahrmann

Den einzelnen Gewässertiefen können verschiedene Fischarten zugeordnet werden. Angelt man am oder kurz über dem Gewässergrund, sind die Zielfische Kleintierfresser. Diese suchen den Grund nach Nahrung ab, wie Karpfen, Schleie/Schleih, Barbe und Brassen/Brachse. Bei Verwendung bestimmter Köder können auch Welse und Aale gefangen werden. Fischt man in flacheren Gewässerschichten oder gar an der Oberfläche, trifft man meist auf kleinwüchsigere Arten wie Rotfeder, Rotauge (Plötzen) Hasel. Aber auch Karpfen kann man im Sommer an der Oberfläche mit ensprechenden Ködern nachstellen.
Geangelt wird beim Posenangeln nur mit pflanzlichen oder tierischen Ködern wie Würmer, Brot, Teig, Käse, tote Fische oder Fischfetzen.

Hierbei ist es wichtig zu wissen, dass jedes Gewässer (z.B. Strömung), jede Wettersituation (z.B. Wind) und jeder Zielfisch eine andere Pose erforden kann. Die Pose ist der Weg zum Fisch. Das Bindeglied also, welches von essentieller Bedeutung ist. Wird nämlich die falsche Pose gewählt, kann es natürlich passieren, dass der Angler den Biss verpasst und ohne Fische nach Hause geht.

2. Feststehende und durchlaufende Posen

Posen werden zunächst grob nach feststehenden und durchlaufenden Posen unterschieden.

Feststehende Posen werden an die Hauptschnur gefädelt und dann nach Wunsch verschoben. Sie können allerdings nur für Tiefen eingesetzt werden, die nicht größer als die Angelrute sind, da andernfalls nicht ausgeworfen werden kann. An die Hauptschnur wird an das Ende ein der Größe des Zielfisches entsprechender Wirbel geknotet. In diesen Wirbel wird dann ein Vorfach mit Haken geklinkt.

Feststehende Posen

Feststehende Posen mit Gummischlauch und Öse. © Paul Lahrmann

Für tiefere Gewässer wird eine durchlaufende Pose verwendet. Dazu wird auf die Hauptschnur zunächst ein Gummi- oder Fadenstopper aufgezogen. Danach kommen Pose, Gummiperle, Wirbel und Haken wie oben beschrieben.
Durch den Stopper kann man nun die gewünschte Tiefe einstellen. Dabei ist unbedingt zu beachten, dass der Stopper problemlos durch die Rutenringe gleitet und mit auf die Spule aufgerollt werden kann. Die benannte Gummiperle verhindert das Verklemmen des Wirbels+Knoten im Posenröhrchen.

Durchlaufende Posen und Posenstopper

Durchlaufende Posen haben ein Röhrchen im Körper. Durch dieses wird die Schnur gezogen. (links) Rechts im Bild sind Posenstopper zu sehen. © Paul Lahrmann


 


3. Bebleiung der Posenmontage

Bleischrote mit Behälter.

Es gibt unterschiedliche Gewichte von Angelbleien. Diese Bleischrote werden in diesen Behältern aufbewahrt. © Paul Lahrmann

Damit auch vorsichtige Bisse beim Posenangeln erkannt werden, muss die Pose optimal austariert sein. Die Pose soll also vertikal im Wasser stehen. Dazu muss ebenfalls das Gewicht des Köders und des Wirbels beachtet werden. Guckt nach der Beköderung nur noch die Antenne/Spitze der Pose aus dem Wasser, so ist die Montage optimal austariert. Ist dies nicht der Fall und die Pose liegt auf dem Wasser auf oder man kann die Mitte des Posenkörpers erkennen, so muss mit einer zusätzlichen Bebleiung nachgeholfen werden. Dabei sollen auf jeden Fall verschieden große (und somit unterschiedlich schwere) Schrotblei/Bleikugeln an das Vorfach geklemmt werden, bis die optimale Beschwerung gefunden ist. Zwei dicke Bleikugeln sind nicht sinnvoll, da von der Bebleiung auch immer die Präsenation des Köders abhängt. Deshalb sollte das Gewicht auf mehrere kleine Schrotbleikugeln verteilt werden. Die Kugeln werden der Größe nach angeklemmt. Oben die Großen, unten die Kleinen. Schrotbleie gibt es in kleinen Sortiment-Boxen, in denen sechs verschiedene Größen untergebracht sind. Die Tragkraft steht auf jeder Pose.Die folgende Bleischrot-Tabelle zeigt die Bezeichnungen mit den dazugehörigen Gewichten:

  • LG: 3,0 g
  • SSG: 1,6 g
  • SG: 1,2 g
  • AAA: 0,8 g
  • AB: 0,6 g
  • BB: 0,4 g
  • No. 1: 0,3 g
  • No. 4: 0,2 g
  • No. 6: 0,1 g
  • No. 8: 0,06 g


4. Tiefe ausloten beim Posenangeln

Lotblei werden auch Klemmblei genannt

Es gibt verschiedene Lotbleie. Bei beiden hier gezeigten wird der Haken eingeklemmt. © Paul Lahrmann

Um festzustellen wie tief das Wasser an der gewünschten zu beangelnden Stelle ist, werden so genannte Lotbleie verwendet. Dabei muss darauf geachtet werden, dass die Pose durch das Gewicht auch untergeht. Das Lotblei wird an den Haken geklickt. Dann wird die Posenmontage ins Gewässer geworfen. Geht die Pose sofort unter, muss der Stopper tiefer eingestellt werden. Bleibt die Pose oben, muss der Stopper flacher eingestellt werden. So kann man sich dann auf die richtige Tiefe zu bewegen. Lernen Sie die Gewässertiefe richtig auszuloten.

5. Die richtige Pose

Es gibt viele verschiedene Posenarten. Von leicht bis schwer. Von lang bis kurz. Von der Kugel zum Stab. Alle hier ausführlich zu benennen und zu beschreiben würde viele Seiten in Anspruch nehmen. Die wichtigsten und gängigsten Posen werde ich hier jedoch vorstellen.

Leichte Posen

Leichte Posen zum Stippfischen

Hier sind leichte Posen abgebildet. Sie werden z.B. für das Stippfischen verwendet. © Paul Lahrmann

Diese leichten Posen werden zum Fischen in stehenden oder langsam fließenden Gewässern benutzt. Sie sind Feststellposen, sind also auf der Angelschnur fest fixiert. Perfekt ausgelotet, können auch sehr kleine Fische diese Posen unter Wasser ziehen und so einen Biss anzeigen.

Mittlere Posen

Mittlere Posen zum Angeln

Mittlere Posen werden für das leichte Fischen in ruhigen Gewässern benutzt. © Paul Lahrmann

Hier sehen Sie Durchlaufposen in verschiedenen Ausführungen. Sie werden zum Fischen in stillen oder langsam fließenden Gewässern genutzt. Die Schnur wird bei den hier abgebildeten Posen durch eine am Fuß befindliche Öse geführt. Die Posen in der Mitte werden zusätzlich beim Nachtangeln verwendet da sie ein Reservoir für ein Knicklicht besitzen.

Schwere Posen

Schwere Angelposen

Diese schweren Posen werden hauptsächlich für das Raubfischangeln benutzt. © Paul Lahrmann

Diese Posen sind sogenannte Durchlaufposen. Bei diesen hier abgebildeten Posen führt durch den gesamten Posenkörper ein Röhrchen durch welches die Schnur gefädelt wird. Auf dem Bild sind schwere Raubfischposen abgebildet. Sie brauchen eine hohe Tragkraft, da meist Köderfische an den Haken montiert werden und diese ein recht hohes Gewicht haben.

Wasserkugeln

Wasserkugeln

Wasserkugeln werden für das Angeln an oder kurz unter der Wasseroberfläche genutzt. © Paul Lahrmann

Mit Wasserkugeln wird meistens auf Forellen gefischt. Sie werden entweder direkt auf die Schnur gefädelt, oder an einen Wirbel geklippt, der auf der Schnur läuft. Sie können mit Wasser befüllt werden, wodurch größere Wurfweiten erreicht werden können. Rechts sehen Sie eine kleine, leichte Wasserkugel, links zwei etwas größere Ausführungen.



6. Beispielmontagen für das Posenangeln

posen-grundmontageLinks sieht man eine Posenmontage die Fische am Grund überlisten soll. Hierbei liegen einige Bleikugeln auf dem Grund. Wichtig ist, dass das letzte Bleischrot nicht direkt vor dem Haken angebracht ist, da der Köder etwas Spiel braucht um zu wirken. Das am Grund liegende Blei sorgt zudem dafür, dass die Posenmontage nicht abtreibt. Desweiteren ist zu beachten, dass die am Grund liegenden Bleischrote nicht mehr als Gewicht für die Pose dienen. Die Pose liegt also nicht mehr optimal im Wasser.

 

 

posen-grundmontage-2Mit der Methode rechts im Bild angelt man kurz über dem Grund. In Fließgewässern wird die Montage nun weiter getrieben. Wenn man eine Futterstelle hat, kann der Köder somit darüber treiben und auch vllt. größere, am Rand fressende Fische erwischen.

 

 

 

 

posenmontage-mittelwasserMöchte man im Mittelwasser oder nahe der Wasseroberfläche angeln, bietet sich die Posenmontage im linken Bild an. Auch diese Montage wird in Fließgewässern abgetrieben.

 

 

 

 

 

 

Mit Hilfe einer Wasserkugel ist es möglich direkt an der Wasseroberfläche zu angeln. Wie auf dem Bild rechts kann zum Beispiel eine schwimmende Brotflocke sicher angeboten werden. So können zum Beispiel Karpfen gefangen werden die im Sommer an der Wasseroberfläche auf Nahrungssuche sind.posenmontage-wasseroberflaeche

 

 

 

 

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8 thoughts on “Posenangeln

  • Richard26. Januar 2015Antworten

    Hallo,

    super Zusammenfassung hast du hier gemacht. Besonders für Anfänger ist das einleuchtend erklärt worden. Danke und Grüße
    Richard

  • Roland13. Juni 2015Antworten

    Sehr gut geschriebener Artikel, das wichtigste gut und verständlich zusammen gefasst.

  • Raubfisch Angler31. Juli 2015Antworten

    Toller Artikel, die Skizzen sind für feststehende Posen gemacht oder? Bei Laufposen überbleien wir die Posen und können so immer auf dem Grundangeln, außerdem kann man so gleich die Stellen an denen man angelt ausloten in dem man den Stopper so lange verschiebt bis die Pose entweder perfekt im Wasser steht oder liegt – je nachdem wie man möchte.

    • Hicham11. September 2016Antworten

      Toller Artikel
      Mach weiter so.
      Einfach erklärt.
      kurz und direkt
      Einfach geschrieben
      Für mich als Anfänger sehr einfach zu verstehen.
      Danke

  • Angelposen Fetischist5. März 2017Antworten

    Sehr schöne Beschreibung und Anleitung für Anfänger bzw Einsteiger. Vielleicht könnt Ihr noch etwas über spezielle Posen wie z.B. Waggler schreiben, das wäre ja noch ein interessantes Thema für sich.

    Petri 🙂

  • Christoph Taeger21. April 2017Antworten

    Danke für die gute Beschreibung und die Skizzen. Bin Einsteiger und angelte bisher „auf gut Glück“ nur mit Pose. Kann man mit dieser Art auch Forellen fangen? Christoph

    • Paul23. April 2017Antworten

      Hallo Christoph!
      Super, das freut mich zu hören, dass du etwas lernen konntest. Natürlich kannst du mit Posen auch auf Forellen angeln. Zum Beispiel werden oft Wasserkugeln dazu eingesetzt. Besonders durchsichtige, da diese den aufmerksamen Forellen nicht auffallen. Auch das Sbirolino Angeln ist für Regenbogenforellen sehr erfolgreich.

      Bachforellen fängst du am ehesten mit der Fliegenrute. Das sollte dir dann aber ein erfahrener Fliegenangler erklären 😉

      Viele Grüße
      Paul

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