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So angelst du erfolgreich auf Heringe


Jedes Jahr Anfang April ist es wieder soweit und die Heringe ziehen in Schwärmen an die Ufer der Ostsee zum Laichen. Wir berichten euch, wie unser Fangerfolg in Kiel war und was für das Heringsangeln benötigt wird.

Heringsangeln ist meist ertragreicher als auf diesem Bild. 300 Fische sind keine Seltenheit. © Paul Lahrmann

Erfolgreich Heringsangeln? Ein Angelausflug nach Kiel.

11:00 Uhr: Mit meinem Angelkollegen Fynn breche in Hamburg auf um nach Kiel zu fahren und dort auf Heringe zu Angeln. Wir sind guter Dinge, da in den letzten Tagen einige gute Fangberichte zu lesen waren.
12:30 Uhr: Wir haben uns als Spot den Sartorikai in Kiel ausgewählt. Dort können wir direkt an der Angelstelle parken (Achtung: eigentlich ist hier Parkverbot und nur Autos von Anglern vor Ort werden „geduldet“). Es ist Mitten in der Woche und somit sehr leer. Um diese Uhrzeit sind eine handvoll Angler vor Ort, die uns ihr Schneider Dasein beichten müssen. Deshalb gehen wir erst einmal etwas essen.

Trotz der mickrigen Ausbeute, war es ein schöner Angeltag ©Paul Lahrmann

13:00 Uhr: Los geht es. Fynn angelt mit einer 2,70m Rute mit 40-80g Wurfgewicht und 0,30er monofiler Schnur. Ich mit einer 3m Rute mit 30-70g Wurfgewicht und 0,25er Schnur. Beide Vorfächer sind mit 14er Haken bestückt. Mehr zu den Montagen weiter unten.
13:05 Uhr: Gleich der dritte Wurf bringt uns beiden Fisch. Fynn konnte eine Doublette, ich einen einzelnen Hering landen.
16:00 Uhr: Das war es dann auch erst einmal. Absolut nichts. Und auch die Angler neben uns haben keinen Erfolg. Also erst einmal Kaffeepause. Am Abend soll sowieso mehr gehen.
18:30 Uhr: Tatsächlich konnte Fynn noch einen einzelnen nach der Kaffeepause überlisten. Und dann fingen wir fast zeitgleich noch je einen.
19:30 Uhr: Wir haben genug und packen ein.
Fazit: Die Fische waren einfach noch nicht soweit heute. Das Wasser war mit 6 Grad noch zu kalt. Wenn es gebissen hat, waren es wohl Mini-Schwärme, die wir zeitgleich erwischt haben. Trotzdem war der Tag in Kiel bei sehr gutem Wetter schön.

Montage für erfolgreiches Angeln auf Hering

Auf Heringe wird in erster Linie mit so genannten Herings-Paternostern geangelt. Das sind Vorfächer an denen in einer Reihe bis zu sechs Haken montiert sind. Sie sind entweder mit echter Fischhaut oder bunten Kunststofffasern bestückt. Dieses Vorfach wird mit einem Wirbel direkt an die Hauptschnur montiert. Am Ende kommt entweder ein Bleigewicht (Heringsblei) oder ein Blinker / Pilker.

Welches Paternoster man wählt ist einem natürlich selbst überlassen. Es ist aber in jedem Fall ratsam verschiedene Varianten vorzuhalten um auf Beißflauten zu reagieren. So können die Heringe den einen Tag wunderbar auf die mit echter Fischhaut beißen und am nächsten Tag nur auf die mit den Kunststofffasern. Die Hakengröße 14 würde ich in jedem Fall empfehlen.

Das Gewicht der Heringsbleie kann zwischen 30 und 80g variieren. Je nachdem wo man angelt, wie stark die Strömung ist und wo die Fische stehen. Für das Angeln im Hafenbereich würde ich ein Blei von 40g empfehlen um grundnah zu fischen. Mit 30g kann man gut das Mittelwasser nach Heringen absuchen.

Es gibt eine Besonderheit beim Angeln vom Boot aus. Da hier weiter draußen geangelt wird, ist es durchaus möglich auch auf Dorsche zu treffen. Deshalb ist es ratsam als Bleigewicht einen Pilker zu verwenden um damit den einen oder anderen Dorsch zu überlisten.

So wird das Heringspaternoster geführt

Man weiß nie genau wo die Fische stehen. Weit draußen, am Ufer, am Grund oder im Mittelwasser. Es gibt viele Varianten. Um dies herauszufinden, sollten natürliche alle Bereiche abgefischt werden und dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten. Entweder man lässt die Montage bis zum Grund absinken, zieht sie dann in Zugebewegungen ein und lässt sie auf dem Weg immer wieder absinken. So befischt man den Grund. Oder man wählt ein leichteres Blei, holt die Montage konstant ein und führt sie damit gleichmäßig durch das Mittelwasser.

In jedem Fall gilt bei einem Biss: Nicht anschlagen und nicht sofort einholen. Wenn man einen Biss in der Rute spürt, sollte man nicht anschlagen. Die Mäuler der Heringe sind sehr empfindlich und der Haken wird höchstwahrscheinlich herausgerissen. Zudem kann nach dem Biss kurz gewartet werden, denn es ist sehr wahrscheinlich, dass noch weitere Heringe in der Nähe sind und die anderen Köder nehmen.

Die perfekte Angelstelle

Wie bereits erwähnt muss man die Fische manchmal suchen. Ist ein Schwarm erst einmal am Platz, fängt man schnell seine 40 Heringe. Aber mal sind die Fische im Bereich des Stadthafens, mal viel weiter stromab. Mal stehen sie am Rande der Fahrrinne und mal im Meter tiefen Wasser direkt an den Schilfkanten. Wenn man sich hier eine halbe Stunde an einer Stelle aufgehalten hat, ohne einen Hering am Band zu haben, sollte man die Stelle wechseln. Wir haben dies in Kiel nicht gemacht, da wir noch auf den Abend gehofft hatten und unseren theoretisch guten Platz nicht aufgeben wollten.

Sehr gute Plätze zum Heringsangeln in der Ostsee:

Optimales Wetter und Jahreszeit

Heringe können nachts nichts sehen. Somit ist es schon mal wichtig es im Hellen zu probieren. Außerdem mögen sie wärmeres Wasser und Sonne. Die Heringssaison beginnt also wenn es wärmer wird. Das ist Ende März, Anfang April der Fall. In dieser Zeit werden sehr gute Fänge verzeichnet. Genausogut ist es auch wieder ab September. Dann sind die Heringe durch den Sommer richtig fett gefressen.

Heringe entschuppen, ausnehmen und zubereiten

Hat man Heringe gefangen, können sie mit Hilfe eines Drahtsetzkeschers ganz einfach entschuppt werden. Heringe hineinlegen und dann an der Wasseroberfläche auf und ab ziehen bzw. immer wieder auf die Wasseroberfläche klatschen lassen. Schnell sieht man die Schuppen im Wasser glitzern.

Das Ausnehmen der Heringe ist ebenfalls sehr einfach. Den Bauch mit einer Schere vom After bis zum Herz aufschneiden, die Wirbelsäule hinter dem Kopf durchtrennen, den Daumen in diese Schnittstelle drücken und alle Innereien auf einmal herausziehen.

So nimmst du einen Hering ganz einfach aus. © Paul Lahrmann

Heringe kann man unterschiedlich zubereiten. Schnell und lecker ist es wenn sie etwas gesalzen und gepfeffert, dann in Mehl geschwenkt und in der Pfanne gebraten werden. Dazu schmecken Kartoffeln mit Quark oder auch Kartoffelsalat.

Hintergrund:

Heringe sind Schwarmfische und ziehen jedes Jahr im Frühjahr an die Küsten der Ostsee zum Laichen. Den Laich legen sie in Ufernähe am Grund ab. In dieser Zeit können Heringe gut beangelt werden.