Gewichte beim Angeln: Von Tungsten bis Blei verständlich erklärt

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Gewichte beim Angeln: Von Tungsten bis Blei verständlich erklärt

29. Dezember 2019 | 0 Kommentare

Zum Angeln braucht man eigentlich immer auch Gewichte. In der Regel wird dafür Blei benutzt, mittlerweile gibt es Tungsten als ökologische Alternative.
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Kaum ein Angler kommt ohne Blei aus. Die meisten Montagen setzen die Verwendung von Angelblei voraus, damit Köderpräsentation und Auswerfen auch so gelingen, wie es sein sollte. Kein Wunder also, dass die meisten Angelausrüstungen unzählige Bleie umfassen. Allerdings ist in diesem Zusammenhang anzumerken, dass längst nicht immer das Blei verwendet würde, das eigentlich ideal wäre.

Erst einmal muss festgehalten werden, dass der Begriff Angelblei äußerst weit gedehnt werden kann. In Angelgeschäften findet man eine Vielzahl an Produkten, die unter diesem Begriff angeboten werden. Im Wesentlichen ist jedoch zwischen zwei Hauptarten zu unterscheiden, nämlich dem Grundblei und dem Bleischrot. Zunächst sollten wir uns aber mit der Frage beschäftigen, ob Blei überhaupt noch zeitgemäß ist.

Ist Blei beim Angeln noch zeitgemäß?

Vielleicht hast du es auch schon mitbekommen, es wird in letzter Zeit sehr viel darüber diskutiert, ob es noch sinnvoll ist Blei beim Angeln einzusetzen. Es ist natürlich bedenklich, wenn man mal überlegt wie viel Tonnen Blei jedes Jahr in den Gewässern auf der ganzen Welt nur durch Angler versenkt werden. Es scheint relativ sicher zu sein, dass es ein Bleiverbot auch für Angler geben wird. Dieser Beitrag im Anglerboard beleuchtet das Thema von verschiedenen Seiten. Ich finde, dass man sich rechtzeitig um Alternativen kümmern sollte. Eine davon ist Tungsten. Derzeit ist dieses Gewicht noch relativ teuer im Vergleich zum billigen Blei, weshalb viele Angler auch bezüglich eines Verbots auf die Barrikaden gehen. Wenn die Produktion von Tungsten jedoch hochgefahren wird, werden auch hier die Preis purzeln.

Tungsten ist sehr gefragt

Bei Tungsten handelt es sich um ein Element, das in Deutschland auch unter dem Namen Wolfram bekannt ist. Es zeichnet sich durch eine sehr hohe Masse aus. Es ist schwerer als Blei und somit zum Angeln äußerst interessant. Außerdem ist es giftfrei: Nach aktuellem Wissensstand kann es im Gewässer keinen Schaden anrichten.

Die meisten Hersteller bieten so genanntes Knetblei an. Hierbei handelt es sich um eine Knetmasse, die überwiegend aus Tungsten bzw. Wolfram besteht. Die Anwendung ist denkbar einfach: Man nimmt eine kleine Menge des Materials und formt daraus eine Kugeln. Die Masse drückt man anschließend auf die Angelschnur. Bei Wasserkontakt härten die meisten Knetbleie relativ schnell aus, wodurch sie eine hohe Festigkeit erlangen.

Vor dem Werfen empfiehlt es sich daher, die Tungstenknete erst einmal in das Wasser zu tunken. Das Aushärten dauert nicht lange: Kurz darauf kann die Angel auch schon ausgeworfen werden. Die Festigkeit ist erstaunlich: Auch bei stärkeren Würfen lösen sich die Knetkugeln nicht so schnell von der Schnur. Dennoch lässt sie sich im Bedarfsfall sicher von der Schnur entfernen. Laut den meisten Herstellern baut die Knetmasse auf organischem Material auf, das sich im Wasser langfristig zersetzt.

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Tungsten kann man also ganz auf seine Bedürfnisse anpassen. Man kann kleinste Kugeln an die Schnur machen und so auch feine Posen austarieren. Oder man nimmt eine größere Menge und knetet sie an einen Wirbel, um ein Grundgewicht zu bekommen. Genauso denkbar ist es das Gewicht an einem Drahtkorb für das Feedern anzubringen.

Bleischrot, Tropfenblei und kleine Bleikugeln

Bleischrot wird in erster Linie verwendet, um Posen auszutarieren oder PopUp Köder kurz über dem Grund zu halten. Im Endeffekt handelt es sich um nichts anders als um kleine Bleikugeln, die mit einem Spalt versehen sind. Öffnet man den Spalt, so kann das Blei auf der Angelschnur positioniert und anschließend festgedrückt werden. Man bezeichnet es auch häufig als Spaltblei.

Klemmblei zum Angeln

Klemmblei hat einen Schlitz, um es auf die Angelschnur zu klemmen. © ligora | Canva

Beim Kauf von Spaltblei begehen die meisten Angler gleich zwei Fehler. Der erste Fehler besteht darin, dass nicht auf die Bleigrößen geachtet wird. Um feines Blei wird häufig ein Bogen gemacht. Dabei ist feines Angelblei sehr wichtig. Damit Montagen (besonders an der Pose) exakt ausgebleit werden können, bedarf es einer breiten Auswahl. Der zweite und eigentlich noch viel größere Fehler besteht darin, dass bewusst günstiges und damit minderwertiges Blei gekauft wird. Diese Bleisorten sind meistens sehr hart, wodurch die Angelschnur beim Andrücken sehr beschädigt werden kann. Erfahrene Angler kaufen deshalb weiches Spaltblei. Dies mag zwar teurer sein, aber dafür lässt es sich besser auf der Schnur anbringen und es ist außerdem viel schonender.

Grundblei: Sargblei, Birnenblei, Karpfenblei

Es gibt verschiedene Arten von Grundblei. Das Sargblei hat eine flache, eckige Form. Es liegt gut am Grund und kann nicht so schnell in der Strömung weggeschwemmt werden. Es hat einen Durchgang für die Angelschnur, der der Länge nach durch das Blei geht. Dann gibt es das Birnenblei, das die Form einer Birne hat und an der Spitze einen Wirbel zum Einhängen hat. Im Zusammenhang mit großen Strömungen, gibt es auch noch das Krallenblei. Wie der Name schon sagt, besitzt es einige Stahlkrallen, die das Wegtreiben bei großer Strömung verhindern.

Krallenblei

Ein Krallenblei wird im Meer oder stark fließenden Flüssen angewandt. © morisfoto | Canva

Beim Karpfenblei gibt es verschiedene Ausführungen, die auf die jeweiligen Ideen des Anglers angepasst sind. Teilweise sind sie mit einem langen Kunststoffschlauch durch die die Schnur läuft durchzogen, dann mit Kunststoff in grün oder braun ummantelt.

Beim Grundblei ist es das Selbe wie bei den kleinen Bleischroten. Auch hier ist es ratsam, Qualität zu kaufen. Billiges Birnenblei ist häufig mit minderwertigen Wirbeln ausgestattet, die schon nach wenigen Würfen abreißen. Grundsätzlich sollte man daher Modelle in solider Ausfertigung kaufen. Das Bleigewicht muss übrigens gar nicht so hoch bemessen sein. Teilweise ist es unerklärlich, weshalb einige Angler extrem schwere Grundbleie verwenden.

Mit Bleigussformen zum eigenen Angelblei

In diesem Bereich wird auch häufig versucht, Gussformen zu kaufen und dann Angelblei selber zu gießen. Die Bleigussformen sollen es ermöglichen, das Blei in richtiger Form und Größe anzufertigen. Dies soll Geld sparen und sicherstellen eine hohe Qualität zu erhalten. Ob sich das selber gießen lohnt, ist wiederum ein anderes Thema. Wir meinen eher nicht, weil der Aufwand hoch bemessen ist und vorsichtige Angler relativ lange mit wenigen Bleien dennoch gut auskommen.

Man muss zudem zunächst sowieso eine Bleigussform und das Blei kaufen. Dann ist es nötig sich mit dem Thema auseinanderzusetzen und mehrere Versuche durchführen, bis das gewünschte Ergebnis herauskommt. Am Ende hat man Geld und viel Zeit investiert, um ein paar Angelbleie herauszubekommen.

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