Feederangeln: Das richtige Gerät für unterschiedliche Gewässer

19 Okt 2018 0 Kommentare

Für das Feederangeln gelten in jedem Gewässer verschiedene Gesetze hinsichtlich Rute, Rolle und Schnur. In diesem Beitrag erfährst du, worauf du bei der Gewässerwahl achten musst.

Zur Verallgemeinerung kann man sagen, je unruhiger das Wasser um so kräftiger sollte man das Gerät wählen. Es macht sicher keinen Sinn mit dem feinen Winkelpicker an die Ostsee zu ziehen, um sich einen Dorsch zu fangen. Aber prinzipiell kann an jedem Gewässertyp auch gefeedert werden, wenn die Ausrüstung dementsprechend abgeändert wird.

Stehende Gewässer – Hier wird fein gefeedert

An den Seen und Kanälen ohne nennenswerte Strömung können wir sehr viel feiner angeln als in den Flüssen. Dazu sind wir aber auch geradezu gezwungen, denn die Fische dort haben sehr viel mehr Zeit unsere Köder zu prüfen.

Grundsätzlich muss aber auch erst mal getestet werden, ob der Gewässerboden den Einsatz der Futterkorbrute zulässt. Haben wir es mit einer dicken Schlammschicht zu tun, sollte die Posenrute benutzt werden. Denn wenn Montage und Futter immer wieder versinken, werden wir keine Fische fangen.

Die Ruten gehören meist der Light – Klasse an und fallen – außer bei extremen Wurfweiten – recht kurz (8 -10 Fuß also 2,4 – 3 m) aus.

Eigentlich ist das der Einsatzort der Winkelpicker. Allerdings setzen wir die besser ohne oder nur mit kleinsten, wenig beschwerten Futterkörben ein. Eine Bleischrotkette am Seitenzweig ist die Ideale Einsatzmöglichkeit.

Die Rute wird flach und parallel zum Ufer aufgebaut, so bildet die Schnur einen rechten Winkel zur Rutenspitze. Die Schnur wird gespannt, sodass die Rutenspitze leicht gebogen wird. Dadurch erkennen wir auch Bisse, bei denen der Fisch in Richtung Rute schwimmt und damit die Schnur entlastet. Wird die Rutenspitze eindeutig weiter umgebogen oder schnellt sie in die gerade Stellung zurück, schlagen wir an. Aber nicht kurz und ruckartig sondern weit ausholend und gleichmäßig durchziehend.

Da die (Stationär-) Rollen weniger belastet werden als am Fluss, können sie auch etwas kleiner ausfallen. Mit der Kapazität von 100m 25er Schnur zum Feedern und 100m 18er zum Pickern sind wir ausreichend ausgestattet. Die Bremsen sollten aber auf jeden Fall hochwertig sein, da die feinen Schnüre keine harten Rucke verzeihen.

An Schnur wird meist Monofil eingesetzt, nur bei sehr großen Entfernungen rechtfertigt sich geflochtene Schnur. Für den Picker genügt normalerweise 0,12 – 0,16mm starke, für die Feederrute darf es auch 18er sein.

Die Haken sollten der Beute angemessen aber trotzdem möglichst leicht und dünn ausfallen.

Das Futter muss sich schneller auflösen als im Fließgewässer. Mit Maismehl als Basis hat man diesen Zweck meist erfüllt. Ist der Untergrund weich, verkrümeln sich zugesetzte Maden recht schnell darin. Besser ist es dann die Krabbler mit kochendem Wasser abzutöten, um eben das zu verhindern.

Leichte, kleine Futterkörbe müssen hier benutzt werden. Der Krach beim Einwerfen sollte so gering wie möglich sein. Bei Drahtkörben kann auch die Maschenweite größer als im Fluss ausfallen. Selbst eine nichtrostende Unterlegscheibe, um die ich etwas Futter geknetet habe, hat mir dabei schon als „Feeder“ gedient.

Fließgewässer – Die Heimat der Feederruten

Für Flüsse und Ströme sind wohl eigentlich die Feederruten entwickelt worden. Hier macht es am meisten Sinn, mit Wurfgewichten von 50 – 200 Gramm zu hantieren, um der Strömung zu widerstehen. Gleichzeitig meldet die feine Rutenspitze jeden noch so kleinen Interessenten an unserem Köder.

Die Ruten sollten lang sein (wenn der Uferbewuchs es erlaubt), 3,6 -4,2m machen durchaus Sinn. Gerade wenn man in einer Fahrrinne angelt, sollten mindesten 13 Fuß (3,9 m) her. Sonst scheuert die Schnur über die Abbruchkante zwischen Rinne und Uferbereich, andauernder Montage- und Fischverlust wären die Folge.

Für kleinere Flüsse – vor allem wenn sie keine ausgebaggerte Fahrrinne haben – sind auch Ruten von 8 – 11 Fuß (2,7 – 3,3 m) angebracht. Auch wenn man es mit dichtem Baumbewuchs zu tun hat, kann oft nur mit kurzen Ruten geworfen werden.

In der Strömung stellen wir die Feederruten steil nach oben, um den Druck auf die Schnur und damit auf unsere empfindliche Spitze zu minimieren. Die Wurfrichtung geht etwas mit der Strömung, so bleibt weniger Unrat in der Schnur hängen. Die Schnur wird gespannt, sodass die Rutenspitze leicht gebogen wird. Dadurch erkennen wir auch Bisse, bei denen der Fisch in Richtung Rute schwimmt und damit die Schnur entlastet. Wird die Rutenspitze eindeutig weiter umgebogen oder schnellt sie in die gerade Stellung zurück, schlagen wir an. Aber nicht kurz und ruckartig sondern weit ausholend und gleichmäßig durchziehend.

Mittlere (Stationär-) Rollen (100 m 30er Schnurkapazität) der normalen bis höheren Preiskategorie sollten eingesetzt werden. Die billigen Teile überleben das häufige Werfen mit hohen Gewichten nicht lange. Außerdem ist eine gute Bremse wichtig, da wir mit dünnen Schnüren fischen und nach dem 15er Rotauge durchaus ein Karpfen oder eine Barbe unser Gegner sein kann.
An Schnur benutze ich meist 18er bis 22er Monofil. Natürlich ist auch der Einsatz geflochtener (0,08er bis 0,12er) möglich, macht aber nur bei großen Wurfweiten Sinn und die habe ich meist nicht.

Etwas dickere und stabile Haken können im Fluss nicht schaden. Jederzeit könnten Barben, Karpfen oder große Brassen zu dünne Haken aufbiegen.
Das Futter sollte gut binden und schwer sein. Wir wollen ja die Fische zu uns locken und nicht einen Kilometer stromab füttern. Ist die Strömung stark, mixe ich Splitt ins Futter. Meiner Meinung nach ist das besser und billiger als Kies. In der Not habe ich auch schon Ufersand untergemengt.

Als Feeder (Futterkörbe) verwende ich fast immer Drahtkörbe Marke Eigenbau in verschiedenen Größen und Gewichten. Das Gewicht schwankt zwischen 15 und 50 (seltener 60-100) Gramm + 20 – 70g Futter. Große und schwere Körbe sind nur bei lärmunempfindlichen Fischen angemessen, denn der Einschlag im Wasser ist gigantisch.

Meer – Feine Bisserkennung

Auch an der Küste ist der Einsatz von Feederruten möglich. Vor allem im Winter und bei ruhigem Wetter lohnt es sich, mit den feinen Spitzen auf Bisse zu warten. Da gerade in der kalten Jahreszeit z.B. die Buttbisse sehr zart ausfallen, hat man mit der Sensibilität der Zitterspitze einen gewaltigen Vorteil gegenüber den Brandungsruten.

Hier kommen aber nur die extrem starken und langen Ruten zur Verwendung. Wurfgewichte von 4 -7 Unzen (ca. 120 – 200 g) und Längen von 13 – 15 Fuß (3,9 – 4,5 m) müssen hier eingesetzt werden. Der Markt bietet jetzt auch so genannte Beachfeederruten an, welche für diesen speziellen Anwendungsbereich entwickelt wurden.

Salzwasserbeständige und robuste Stationärrollen der gehobenen Klasse sind hier gefragt. An den Schnurfangbügel, die Kurbel und an die Achse samt Lager werden sehr hohe Ansprüche gestellt. Gründliche Reinigung und Pflege nach jedem Angeln erhöhen die Lebenserwartung der Rollen entscheidend. Ungefähr 200m 30er Schnur sollte die Rolle schon fassen.

Üblich ist es 28er bis 35er monofile bzw. 14er bis 18er geflochtene Schnur aufzuspulen.

Ans Ende der Schnur kann durchaus ein übliches Brandungsvorfach geknüpft werden. Dabei kosten Modelle mit nur einer Anbissstelle die wenigste Wurfweite. Da wir so nur bei ruhigen Windverhältnissen vorgehen, sind Krallenbleie fehl am Platz.

Wer die Lockwirkung erhöhen möchte, kann ums Blei einen Zwiebelsack o.ä. binden, der mit zerschnittenen Wattwürmern, Heringen und Makrelen gefüllt ist. Diese Arbeit ist natürlich nicht jedermanns Sache. Köder sind alle brandungsangeltypischen wie Wattwürmer, Seeringelwürmer und Heringsfetzen.

Zur Rutenablage sollte ein Brandungsdreibein dienen. So haben die Ruten den besten und sichersten Halt.

Newsletter Anmeldung

Melde dich jetzt zum kostenlosen Deine Angelwelt Newsletter an und verpasse keine Neuigkeiten mehr.


Datenschutz
Beiträge, die dich ebenfalls interessieren könnten:
Raubfischangeln

Die 5 besten Köder zum Barschangeln

Es gibt einige Barschköder mit denen man neben kleinen auch große Exemplare überlisten kann. Welche die fünf erfolgreichsten sind erfährst du in diesem Beitrag über das Barschangeln.

Aalangeln: Alles zu Köder, Montage und wie du einen Aal tötest

Wir erklären alles zu Aal Ködern, mit welcher Montage du erfolgreich bist und wie du einen Aal tötest. Erfahre außerdem mehr dazu wo du Aale fängst und einen Biss erkennst.

Hechtangeln im Mai – Köder, Mindestmaß, Angelstellen, Wetter

Schon bald ist es wieder soweit und die Schonzeit für Hechte ist in Deutschland vorbei. In unserer Story erzählen wir dir worauf du beim Angeln auf Hecht achten musst und wie du garantiert erfolgreich bist.

So angelst du erfolgreich auf Heringe

Jedes Jahr Anfang April ist es wieder soweit und die Heringe ziehen in Schwärmen an die Ufer der Ostsee zum Laichen. Wir berichten euch, wie unser Fangerfolg in Kiel war und was für das Heringsangeln benötigt wird.

Erfolgreich am Teich: Angelplatz, Zielfische, Montage

Kleine Teiche werden oft von Anglern unterschätzt, obwohl sich darin oft kapitale Fische tummeln. Wir zeigen dir wie du sie fängst und was zu beachten ist.

Perfekte Kontrolle: Die „Quantum Zanderkant“ zum Zanderangeln

Mit dieser Rute von Quantum schafft man es beim Gummifischangeln die Bisse der Zander gut zu erkennen. Wir stellen sie dir in diesem Beitrag kurz vor.

Barsche angeln im Winter

Möchte man Barsche im Winter angeln, finden sich an den Gewässern ganz andere Gegebenheiten vor als im Sommer. Wir erklären dir, wie du trotzdem die dicken Barsche an die Angel bekommst.

Äsche angeln: Mit Fliege und Tiroler Hölzl

Die Äsche ist ein Edelfisch und sie lebt in Fließgewässern. Äschen werden meist beim Fliegenfischen mit künstlichen Nymphen gefangen.

Karpfenangeln

Worauf sollte man beim Kauf eines elektronischen Bissanzeigers achten?

Elektronische Bissanzeiger sind beim Angeln auf Grund sehr hilfreich. Sie zeigen dir einen Biss akustisch und optisch an. In diesem Artikel zeigen wir dir worauf du beim Kauf achten musst.

Karpfen am Ufer angeln: In der Ruhe liegt die Kraft

Man muss nicht weit hinaus um kapitale Karpfen zu fangen. Auf ihren Routen zur Futtersuche besuchen sie auch regelmäßig die Uferkanten.

Erfolgreich am Teich: Angelplatz, Zielfische, Montage

Kleine Teiche werden oft von Anglern unterschätzt, obwohl sich darin oft kapitale Fische tummeln. Wir zeigen dir wie du sie fängst und was zu beachten ist.

Karpfenangeln: Diese Gewässerböden bringen den Erfolg

Karpfen mögen unterschiedliche Gewässerböden und darauf kannst du deinen Ansitz ausrichten. Welche Gewässerböden und Methoden den Fangerfolg bringen, erfährst du in diesem Artikel.

Boilierezepte – Boilies selber machen

Boilies sind sehr fängige Köder beim Karpfenangeln und können einfach selber hergestellt werden. Dazu werden nur einige Zutaten und ein Ofen benötigt. Hier findest du einige Boilierezepte zum Nachkochen.

Friedfischangeln

Mit kleinen Körnern auf große Fische angeln

Sämtliche Körner wie zum Beispiel Mais, Erbsen und Kichererbsen eignen sich zum Angeln. Hier erfährst du, wie sie vorbereitet werden und du damit erfolgreich angelst.

Rotfeder angeln: Made und Mistwurm bringen den Erfolg

Das Rotfederangeln ist ein einfaches Unterfangen. Da Rotfedern zu einer großen Anzahl in vielen Gewässern vorkommen, ist das Angeln auf sie mit etwas Futter und Maden sehr einfach.

Schleien angeln: Dicht am Pflanzenbewuchs klappt es

Schleien angeln ist gar nicht so einfach, da sie recht scheue Fische sind. Konnten die Schleien aber erst einmal an den Futterplatz gelockt werden, ist der Fang von mehreren hintereinander keine Utopie.

Rotaugen angeln: Maden und Pose sind perfekt

Rotaugen sind Schwarmfische und die ersten Fische am Futterplatz, jedoch auch genauso schnell wieder satt. Hier erfährst du, wie man erfolgreich Rotaugen angelt.

Karausche angeln: Mit Futterkorb oder Pose

Das Karauschenangeln ist eine kleine Herausforderung, da es schwer ist gezielt auf sie zu angeln. Mit diesen Tipps erfährst du wie man erfolgreich auf Karauschen angelt.

Brassen angeln: Mit Futterkorb und Maden zum Erfolg

Brassen angeln ist sehr einfach, da diese Fische in vielen Gewässern zu Massen auftreten. Wir zeigen dir mit welchen Methoden du erfolgreich auf Brassen angelst.

Barbenangeln: Mit Frühstücksfleisch auf Barbe

Beim Barbenangeln können viele Köder eingesetzt werden, die auf den ersten Blick seltsam erscheinen. Wir zeigen euch womit ihr erfolgreich auf Barben angelt und welches Angelgerät ihr braucht.

Meeresangeln

Einführung in das Brandungsangeln

Möchte man von der Küste aus Meeresangeln, so sollte man über entsprechendes Wissen sowie Erfahrung verfügen. Hier findet Ihr eine Einführung zum Thema Brandungsangeln.

Tipps zum Meeresangeln für Neulinge

Beim Meeresangeln geht es zur Sache, insbesondere wenn man auf einem Kutter mitfährt. Hier erfährst du, worauf man beim Angeln auf hoher See zu achten hat.

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Anzeige