Fischkrankheiten 1/2
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Kiemenfäule
Eine andere, durch zwei Vertreter der Gattung Branchiomyces hervorgerufene Pilzerkrankung ist die
Kiemenfäule. Diese Fischkrankheit tritt zunächst innerhalb der Kiemenepithelien auf und bricht bei
weiterem Wachstum nach außen durch. Kiemenfäule kann besonders im Sommer bei hohen
Wassertemperaturen in stark eutrophierten Teichen mit dichtem Fischbesatz zu großen Verlusten
führen.
Bei erkrankten Fischen beobachtet man folgende Symptome: Luftschnappen, Kiemenschwellung und
Blutergüsse an den Kiemen, äußerlich sichtbare Verpilzung und gelblich bis braune Verfärbung des
Kiemengewebes.
Im Endstadium sind die Kiemen dann weitgehend zerstört. Bei genügend starker Vergrößerung unter
dem Mikroskop sind in abgeschnittenem Kiemengewebe die Pilzschläuche und Sporen gut
auszumachen.
Kiemenfäule wurde bei fast allen Fischarten beobachtet: Karpfen,
Schleie, Hecht, Welse, Coregonus - Arten, Forellen, Giebeln und Stichlingen.
Eine Bekämpfung, z. B. durch Bäder, ist wenig wirkungsvoll. Wichtig ist die Beachtung
teichhygienischer Maßnahmen als Prophylaxe. Hierzu gehört vor allem die Verhinderung allzu
starker organischer Ablagerungen im Teich, wie sie durch zu intensive Fütterung an heißen Tagen
entstehen, aber auch die Vermeidung einer zu starken generellen Eutrophierung.
Zwei Kiemenbilder: links mit fortgeschrittener Kiemenfäule, rechts noch normal gefärbt.
Bei Verdacht auf Kiemenfäule sollte man den Durchfluss im Teich erhöhen. Erkrankte Fische müssen
entfernt und vernichtet werden. Zur Desinfektion (der sichersten Maßnahme) muss der
trockengelegte Teich mit Kalkstickstoff oder Chlorkalk intensiv behandelt werden.
Metazerkarienbefall
Der Befall unserer einheimischen Fische mit Metazerkarien verschiedener Saugwürmer (Trematoden)
hat in den letzten Jahren zugenommen. Das liegt zum einen daran, dass die Endwirte der Parasiten,
Fischfressende Vögel und Säuger, stark zugenommen haben.
Zum anderen haben die Zwischenwirte, Schnecken und Muscheln, in den krautreichen, extensiv
bewirtschafteten und über Winter bespannten Teichen gute Vermehrungsbedingungen.
Mit dem Kot der Endwirte gelangen die Parasiteneier ins Wasser, im ersten Zwischenwirt werden
Unmengen von Zerkarien produziert, die aktiv in den zweiten Zwischenwirt, den Fisch, eindringen.
Rote Bläschen als Symptome für Metazerkarien
Nach der Wanderung in das Zielorgan, wie z.B. Haut, Auge, Muskulatur, Gehirn wachsen die
Zerkarien zu infektionsfähigen Metazerkarien heran. Dabei werden bis zu 3 mm große Zysten
(Bläschen) gebildet.
Mit dem Verzehr der befallenen Fische durch die Endwirte (Vögel, Säuger, Raubfische) schließt sich
der Entwicklungskreis. Im Darm dieser Wirte entwickelt sich der bis zu 10 mm große erwachsene
Saugwurm. Befallene Endwirte können mit dem Kot täglich 100 bis 750 Eier ausscheiden, befallene
Schnecken dagegen können bei Temperaturen von 15 bis 20 °C täglich 15.000 bis 50.000 Zerkarien
entlassen.
Zu den bekannten Metazerkariosen gehört der "Wurmstar", hervorgerufen durch den Befall des
Auges, speziell des Glaskörpers und der Linse, durch Metazerkarien der Gattung Diplostomum.
Bereits das Eindringen großer Mengen Metazerkarien in den Fischkörper führt bei Jungfischen
unmittelbar zum Tode, während Erblindung vor allem Fische, wie z.B. Forellen, schädigt, die bei
der Futteraufnahme auf ihre Augen angewiesen sind.
Ab einem Befall mit etwa 50 Metazerkarien je Auge tritt bei Regenbogenforellen Erblindung ein.
Erste Zwischenwirte für Diplostomum sind Spitzhornschnecken, Endwirte sind Möwen und
Seeschwalben.
Zu den Metazerkariosen gehört auch die Schwarzfleckenkrankheit. Immer häufiger fangen Angler
schwarz gesprenkelte Rotaugen, Brassen und Güstern, bei denen sich hunderte Metazerkarien von
Posthodiplostomum in der Haut und in der Muskulatur befinden. Aufgrund ihrer stärkeren Haut
findet man bei größeren Karpfen selten Posthodiplostomumbefall, während bei K1 schon
gelegentlich Befall festgestellt werden muss. Endwirte sind hier Reiher, erste Zwischenwirte sind
Posthornschnecken. Seit einigen Jahren werden bei älteren Karpfen in der Haut und der Muskulatur
gelegentlich periartige, graue, etwa 2 mm große Zysten festgestellt, die durch Kalkeinlagerung sehr
hart erscheinen. In diesen Zysten sind Metazerkarien eingekapselt, die zur Gattung Neodiplostomum
gehören.
Endwirte sind Seeadler und andere Greifvögel.
Für die Mehrzahl dieser Würmer ist ein komplizierter Entwicklungszyklus typisch, der in manchen
Fällen noch nicht einmal genau bekannt ist (Fadenwürmer).
Die Parasiten treten hauptsächlich in den inneren Organen (vorzugsweise Leber), in der Muskulatur,
in der Leibeshöhle oder im Darmtrakt der Fische auf.
Größere Schäden in Teichanlagen werden durch diese Parasiten nur in seltenen Fällen
hervorgerufen.
Auch sind Maßnahmen zu ihrer Bekämpfung meist sehr schwierig durchzuführen. Sie bestehen
vorzugsweise in der Unterbrechung der Entwicklungskreisläufe, durch Abtöten der verschiedenen
Zwischenwirte mit Hilfe der Teichkalkung.
Die überwiegende Mehrzahl der Band- und Fadenwürmer unserer Süßwasserfische ist für den
Menschen ungefährlich. Lediglich vor dem Fischbandwurm muss gewarnt werden.
Er lebt im geschlechtsreifen Zustand im Darm von Katze, Hund und Mensch und kann vor allem bei
Kindern ernsthafte Schäden bewirken.
Als Zwischenwirt fungieren vorwiegend Raubfische, z. B. Quappe, Hecht, Barsch oder auch Forellen.
Die Vollfinne (Plerocercoid) liegt eingekapselt in der Rückenmuskulatur und in der Leber von
Fischen. Die Infektion des Menschen erfolgt durch den Genuss rohen bzw. nicht voll durchgegarten
Fischfleisches.
Daher ist es nicht unbedenklich, Hunde und Katzen mit rohem Fischfleisch, vor allem von Fischen
aus Wildgewässern, zu füttern. Ungefährlich für den Menschen sind dagegen die in der Muskulatur
und in der Leber von Salmoniden auftretenden Larven des Hechtbandwurmes.
Taumelkrankheit (Fischkrankheit)
Auch die sog. Taumelkrankheit, die alle Süßwasserfischarten und viele Meeresfische heimsucht, wird
von einem Pilz, Ichthysoporidium hoferi hervorgerufen.
Aus den mit der Nahrung aufgenommenen Dauerstadien des Pilzes werden im Fischdarm
amöbenartige Plasmodien frei. Sie gelangen durch die Darmwand in das Blutgefäßsystem und
werden so in die verschiedenen inneren Organe, z. B. die Leber oder die Nieren transportiert. Hier
umgeben sie sich mit einer Hülle und wachsen allmählich heran. Aus diesen Zysten werden wieder
Tochterplasmodien frei, aus denen sich weitere Zysten entwickeln. Schließlich brechen die Sporen
von innen her durch kleine Hauptgeschwüre nach außen durch, werden frei und sorgen für die
weitere Verbreitung. Die äußeren Symptome erkrankter Fische sind Gleichgewichtsstörungen
(Taumeln!), Appetitlosigkeit, Abmagern und plötzlicher Tod. Gelegentlich findet man auch kleine
Geschwulstbildungen auf der Haut.
Die inneren Organe weisen kleine, runde Zysten auf, Stark befallene Organe fühlen sich vielfach
hart und sandig an. Eine gesicherte Diagnose ist meist nur vom Fachmann aufgrund histologischer
Untersuchungen möglich. Die Krankheit ist sehr ansteckend. Die Infektion erfolgt durch Sporen und
Pilzfäden über den Kot, eventuell auch über infizierte Kleinkrebse und bei Teichfischen auch durch
Verfütterung kranker Meeresfische.
Eine medikamentöse Behandlung ist nicht möglich. Stark befallene Bestände sollten deshalb
unbedingt vernichtet und die Teiche im Anschluss daran sorgfältig desinfiziert werden.
Befall mit Saugwürmern (Trematoden)
Hier sind vor allem die Gattungen Gyrodactilus und Dactylogyrus zu nennen. Vertreter der Gattung
Gyrodactylus leben vorwiegend auf der Haut von Karpfenartigen, Dactylogyrus auf den Kiemen.
DactylogiyrusGyrodactylus ist etwa 0,5 bis 1 mm groß und durch ein zweizipfliges Vorderteil
charakterisiert, Dactylogyrus dagegen, ebenfalls knapp 1 mm groß, hat ein vierzipfeliges Vorderteil
und vier punktförmige schwarze Augen. Die Schadwirkung dieser Parasiten besteht in einer
Zerstörung der Haut bzw. des Kiemenepithels durch den am Hinterende liegenden stark bewehrten
Haftapparat. Außerdem saugen sie Blut,
Beide Gruppen sind durch eine große Vermehrungsrate gekennzeichnet und werden vor allem der
Fischbrut gefährlich. Befallen werden vor allem Karpfen, aber auch andere Fischarten. Die Brut
bleibt bei einem Befall im Wachstum zurück und wird matt. Gleichzeitig tritt eine Dunkelfärbung
auf. Mit einer Lupe oder einem Mikroskop erkennt man die Parasiten leicht. Fischen über
4 bis 5 cm Länge werden die Dactylogyren nicht mehr gefährlich. Auch der Blutwurm (Sanguinicola)
gehört zu den Saugwürmern (Digenea), die bei Karpfenbrut große Verluste hervorrufen können. Die
geschlechtsreifen Parasiten leben im Blutgefäßsystem der Fische. Dieser Wurm macht einen
Wirtswechsel durch, wobei Schnecken die Zwischenwirte sind.
Typische Symptome der befallenen Fische sind : apathisches Verhalten, blasse Kiemen, verstopfte
Kiemengefäße durch die typischen dreieckigen Eier (mikroskopische Beurteilung) sowie
Nierenschäden durch eingekapselte Eier.
Eine Bekämpfung ist nur durch das Abtöten der Zwischenwirte mit Hilfe einer Teichkalkung möglich.
Befallen werden vor allem junge Karpfen und Schleien.
Befall mit Band- und Fadenwürmern
Nicht um eine eigentliche Fischkrankheit, sondern ebenfalls um Parasiten handelt es sich bei den
Band- bzw. Fadenwürmern.
Man kennt heute sehr viele fischparasitäre Band- und Fadenwürmer, wobei sogar der Fachmann oft
große Schwierigkeiten hat, sie exakt zu bestimmen. Für die Mehrzahl dieser Würmer ist ein
komplizierter Entwicklungszyklus typisch, der in manchen Fällen noch nicht einmal genau bekannt
ist (Fadenwürmer). Im Rahmen unserer Betrachtungen muss daher der Hinweis ausreichen, dass
diese Parasiten in den inneren Organen (vorzugsweise Leber), in der Muskulatur, in der Leibeshöhle
oder im Darmtrakt unserer Fische auftreten.
Größere Schäden in Teichanlagen werden durch diese Parasiten nur in seltenen Fällen
hervorgerufen. Auch sind Maßnahmen zu ihrer Bekämpfung meist sehr schwierig durchzuführen. Sie
bestehen vorzugsweise in der Unterbrechung der Entwicklungskreisläufe, durch Abtöten der
verschiedenen Zwischenwirte mit Hilfe der Teichkalkung.
Ein häufiger Bewohner der Leibeshöhle von Weißfischen ist z. B. der Riemenwurm
(Ligula intestinalis). Die überwiegende Mehrzahl der Band- und Fadenwürmer unserer
Süßwasserfisch ist für den Menschen ungefährlich. Lediglich vor dem Fischbandwurm
(Diphyllobotrium latum) muß gewarnt werden. Er lebt im geschlechtsreifen Zustand im Darm von
Katze, Hund und Mensch und kann vor allem bei Kindern ernsthafte Schäden bewirken.
Als Zwischenwirt fungieren vorwiegend Raubfische, z. B. Quappe, Hecht, Barsch oder auch Forellen.
Die Vollfinne (Plerocercoid) liegt eingekapselt in der Rückenmuskulatur und in der Leber von Fische.
Die Infektion des Menschen erfolgt durch den Genuss rohen bzw. nicht voll durchgegarten
Fischfleisches. Daher ist es nicht unbedenklich, Hunde und Katzen mit rohem Fischfleisch, vor allem
von Fischen aus Wildgewässern, zu füttern. Ungefährlich für den Menschen sind dagegen die in der
Muskulatur und in der Leber von Salmoniden auftretenden Larven der Gattung Triaenophorus, des
Hechtbandwurmes. Für diese Würmer sind Kleinkrebse der Gattung Cyclops die ersten
Zwischenwirte, Salmoniden und Barsche die zweiten, während der Hecht Endwirt ist. Dienen Fische
als Zwischenwirte für Fadenwürmer, finden wir deren Larven in der Haut, der Muskulatur und in
inneren Organen, wo sie meistens bindegewebig eingekapselt sind. Die Biologie der Nemathoden in
der Schwimmblase von Salmoniden. Diese Cystidicola-Arten sind jedoch weitgehend harmlos.
Lediglich bei sehr starkem Befall soll es zu Blutarmut (Anämie) kommen. Beobachtet man derartige
Wurmparasiten bei seinen Fischen, sollte man in jedem Fall eine fachmännische Bestimmung
durchführen lassen.
Befall mit Lernaea
Bei Lernaea handelt es sich ebenfalls um einen Parasitenbefall.
Er befällt vor allem karpfenartige Fische, aber auch Forellen, Hechte und Graskarpfen.
LernaeaDer Krebs bohrt sich in den Fischkörper. Der grösste Teil des Parasiten ragt dabei noch aus
der Haut heraus und ist mit bloßem Auge gut zu erkennen.
Es sieht aus, als hätten sich kleine Grashalme unter die Schuppen geklemmt.
Befallene Fische magern ab und sind anfällig für weitere Fischkrankheiten.
Eine Behandlung wird durch Tauchbäder vorgenommen, die durch Medikamente versetzt sind.
Egelbefall
Häufig finden sich an Weißfischen, aber auch an anderen Arten, große, mit bloßem Auge leicht zu
erkennende Würmer, die zu den Egeln gehören. Meistens handelt es sich um den Fischegel
(Piscicola geometra). Fischegel treten besonders gehäuft in stark verschlammten und verkrauteten
Teichen auf. Bei starkem Befall der Fische können durch das Blutsaugen, vor allem aber durch
Sekundärinfektionen der Stichwunden in der Haut, größere Schäden in einem Bestand auftreten.
Egelbefall ist gut durch Bäder beim Abfischen und im Teich selbst durch Kalkung zu reduzieren.
Erkrankung durch parasitäre Krebse (Custacea)
Von den fischparasitären Krebsen sollen hier wenigstens die häufigsten Arten erwähnt werden.
Die verschiedenen Argulus-Arten sind gefährliche Hautparasiten an Cypriniden, Hechten, Barschen,
aber auch an Aalen und Forellen. Karpfenläuse sind mit bloßem Auge leicht zu erkennen.
Ihre Größe beträgt 6 - 7 mm. Sie finden sich oft massenweise auf der Haut von Karpfen. Mit Hilfe
eines stilettartigen Stachels durchbohren sie die Fischhaut und saugen Blut und Gewebesäfte. Nicht
selben sind die befallenen Fische von entzündeten Einstichstellen übersät, die häufig zum
Ausgangspunkt von Sekundärinfektionen werden.
Virale Hämorrhagische Septikämie (VHS)
Eine der gefährlichsten Fischkrankheiten der Regenbogenforellen, ist die stark ansteckende VHS. In
Wildgewässern tritt die Krankheit nur selten auf. Erreger ist ein Rhabdo-Virus. Die Übertragung
erfolgt über verseuchtes Wasser, infizierte Fische, Wasservögel, Geräte, Fahrzeuge und das Personal
der Teichwirtschaft. Auch eine Infektion über Eier ist anzunehmen.
Infektiöse Bauchwassersucht (IBW)
Bei dieser gefährlichen Cypriniden - Krankheit handelt es sich um einen Komplex aus mehreren
Krankheitsformen, die heute vielfach als eigenständige Erkrankung betrachtet werden. Da aber
viele Fragen dieses Krankheitsbildes noch ungeklärt sind, wird es hier unter der alten Bezeichnung
Bauchwassersucht beschreiben, zumal dieser Name in der Praxis nach wie vor geläufig ist.
Man unterscheidet im allgemeinen zwei Krankheitsformen, die unterschiedliche Erreger haben, die
Fische aber oftmals gleichzeitig befallen. Manche Autoren sprechen sogar von drei Krankheitstypen.
Die akute Bauchwassersucht oder Exsudatform entspricht der sog. Frühlingsvirämie der Karpfen
(Spring Viraemia of Carp, SVC, SV) und ist eine Viruserkrankung. Ihr Erreger ist Thabdovirus carpio.
Sekundär treten aber noch Bakterien der Gattungen Aeromonas und Pseudomonas auf.
Die chronische Bauchwassersucht, die Geschwürform, wird heute als Erythrodermatitis
(ED Carp Erythrodermatitis, CE) bezeichnet. Erreger ist die Bakterie Aeromaonas salmonicida ssp.
nova.
Äußere Symptome der akuten IBW
Die Fische stehen direkt unter der Wasseroberfläche und haben keinen Appetit.
Ihr Leib ist gebläht.
Zum Teil treten großflächige Blutungen in der Haut an den Flossenansatzstellen auf. Glotzaugen,
vorgestülpter After, ausgefranste Flossen und blasse Kiemen vervollständigen das Krankheitsbild.
Beim Öffnen der Fische zeigt sich die Leibeshöhle angefüllt mit Flüssigkeit. Die Leber ist gelb und
wässrig. An der Schwimmblasenwand treten deutliche Blutungen auf, Der Darm ist stark entzündet
bis zur wässrigen Auflösung. Bei der chronischen Form ähneln die Symptome weitgehend denen der
akuten, nur fehlt die starke Aufblähung des Leibes.
Am Rücken und an den Seiten treten jetzt tiefe, vielfach sekundär verpilzte Geschwüre auf.
Die inneren Symptome zeigen keine so weitgehende Schädigung wie beim akuten Stadium.
Die akute Form wirkt verheerend. Sie bricht vorwiegend im Spätherbst und Frühjahr bei
Wassertemperaturen zwischen 16 und 17 Grad C aus. Stärkere Temperatur-, Sauerstoff- und
pH-Schwankungen begünstigen ebenso wie zu dichter Besatz und ungünstige Ernährung
(Vitaminmangel) den Ausbruch der IBW.
BauchwassersuchtDie chronische Form zeigt sich überwiegend im Sommer. Als Infektionsquelle sind
kranke und tote Fische anzusehen. Obwohl Kontaktinfektion nachgewiesen ist besteht über den
natürlichen Übertragungsweg noch keine absolute Klarheit.
Sehr ähnliche Symptome wie die eben beschriebenen treten bei der viralen
Schwimmblasenentzündung (VSBE) auf, an der neben Karpfen auch Schleien, Hechte, Zander und
Graskarpfen erkranken können. Von einigen Fachleuten wir die VSBE daher ebenfalls als besondere
Form der Bauchwassersucht angesehen. Typisch ist zu
Beginn des Ausbruchs dieser Fischkrankheit das Kopfstehen der Fische, bedingt
durch die Bildung gas- und flüssigkeitsgefüllter Zysten im Schwanzbereich. Auch der
Augendrehreflex fällt einseitig aus. An der Schwimmblase zeigen sich Blutungen sowie bräunliche
bis schwarze Flecken und Verdickungen. Der Erreger der VSBE ist mit der akuten IBW identisch, so
daß es sich wohl um eine Krankheit mit zwei Haupterscheinungsbildern handelt. Eine Übertragung
der VSBE über Karpfeneier erfolgt nicht. Die Infektion scheint vom Darm her über die
Schwimmblase zu verlaufen, dürfte aber auch über die Kiemen möglich sein. Eine medikamentöse
Behandlung bleibt erfolglos. Auch bei der IBW sind gesundes Fischmaterial, gute Haltung,
einwandfreie Fütterung, ordentlicher Besatz und eine sorgfältige Teichpflege die beste Gewähr für
eine Verhinderung dieser Krankheit.
Bakterielle Kiemenschwellung
Die bakterielle Kiemenschwellung ist eine Krankheit der Forellenbrut. Ihre Erreger sind
Myxobakterien. Beim Ausbruch dieser Erkrankung wirken aber auch noch ungünstige
Wasserverhältnisse und Mangel an Vitamin B5 (Pantothensäure) mit. Das typische Symptom der
bakteriellen Kiemenschwellung ist das Abspreizen der Kiemendeckel, so dass die intensiv
rotgefärbten Kiemen, die "struppig" wirken, sichtbar werden. Die Spitzen der Kiemenblättchen sind
kolbenförmig angeschwollen. Erkrankte Fische atmen sichtbar mühsam. Die Erkrankung ist meist mit
großen Verlusten verbunden. Beim Auftreten der Kiemenschwellung ist die Fütterung auf
vitaminreiches, fettarmes Futter umzustellen.
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