Feederangeln: Der ultimative Guide zum Angeln mit dem Futterkorb

19. August 2018 | 1 Kommentar

Diese ultimative Anleitung erklärt dir ganz genau, wie du beim Feederangeln erfolgreich bist. Beim Feederangeln wird ein mit Futter gefüllter Futterkorb am Grund platziert. Du erfährst worauf du beim Angeln mit dem Futterkorb achten musst, welche Montagen es gibt und welches Futter wirklich fängt. 

  1. Grundlagen zum Feederangeln
    • Jahreszeiten
    • Der geeignete Angelplatz
    • Vorbereitung von Angelplatz, Futter und Montage
    • So bereitest du die Futterstelle vor
    • Feederangeln erfordert stetige Anpassungen der Montage
  2. Montagen für das Feederangeln
    • Feederboom-Montage
    • Schlaufenmontage
    • Festmontage
  3. Schnur, Haken und Futterkörbe
    • Die richtige Schnur
    • Der richtige Haken
    • Die richtigen Futterkörbe
  4. Die richtige Rute und Rolle
    • Die richtige Rute
    • Die richtige Rolle
  5. Köder und Futter
    • Köder für das Feedern
    • Futter und Lockstoffe für das Feedern
Anzeige

1. Grundlagen zum Feederangeln

Das Angeln mit der Feederrute wird auch Feederangeln genannt. Es umschreibt das Angeln mit einem Futterkorb auf dem Grund eines Gewässers. Es kann zielgenau gefüttert werden, außerdem werden auch vorsichtige Bisse an der feinen Feederspitze angezeigt.
Zielfische bei dieser Angelmethode sind Friedfische, die ihre Nahrung am Gewässergrund aufnehmen. Hauptsächlich werden Brassen, Karpfen und Schleien gefangen. Aber auch Rotaugen können durch aufsteigende Futterpartikel aus dem heimischen Mittelwasser angelockt werden.

-> In einem weiteren Artikel findest du die Portraits der Fischarten beim Feederangeln

Jahreszeiten

Die beste Jahreszeit für das Feederangeln ist der Sommeranfang. Die Fische stehen richtig im Saft, haben Hunger und es ist noch nicht zu heiß – sie sind also sehr aktiv. Am Futter darf nicht gespart werden und die Köder werden lieber eine Nummer größer gewählt. Im Hochsommer musst du auf die sauerstoffreichen Bereiche der Gewässer ausweichen.
Der Herbst ist dann ebenfalls wieder gut. Besonders wenn im Oktober die Temperaturen noch einmal etwas ansteigen und die Fische sich für den Winter vorbereiten. Also gilt auch hier genügend Futter und größere Köder.
Im Frühjahr und Winter solltest du vorsichtig vorgehen, wenig Futter einbringen und kleine Köder an kleinen Haken anbieten. Während du aber im Frühjahr schon eher mal aktivere Tage erwischen kannst, ist es im Winter meist sehr mühsam die Fische zu finden.

Der geeignete Angelplatz

Wie immer, ist die Wahl des Angelplatzes sehr wichtig. Denn erstens soll ja auch was beißen und zweitens müssen wir Futter und Angelgerät entsprechend abstimmen. Strömungskanten stellen eigentlich immer eine gute Wahl dar, genauso wie alle Arten von Einläufen. In Seen kann man erfolgreich vor Pflanzenbewuchs (Bäume, Krautbänke, Schilfkanten usw.) angeln. Die Weißfische verstecken sich dort oft vor Räubern. Oder aber auch an Kanten oder vor Sand- und Muschelbänken kann erfolgreich gefischt werden. Hier musst du aber aufpassen, da die Muscheln scharf sind und die Schnur beschädigen können. Auch eine gewisse Hängerfreiheit kann nicht schaden, um den Materialverlust in Grenzen zu halten.

Vorbereitung von Angelplatz, Futter und Montage

Normalerweise beginnt man am Angelplatz damit, das Grundfutter anzumischen, damit es ordentlich durchziehen kann. Man kann das Futter auch schon zu Hause vorbereiten und am Angelplatz, falls nötig, nur noch kurz nachnässen. Steht die genaue Fütter- und Angelstelle schon fest und befindet sie sich in Wurfweite, kann man schon einige Kostproben per Hand oder Futterschleuder einwerfen.

Dann wird die Rute montiert und der Angelplatz (unauffällig und leise kann nicht schaden) eingerichtet. Ordnung ist hier oberstes Gebot. Eine ordentliche Aufteilung ist wichtig, da man beim Feederangeln nicht groß am Platz herumläuft, sondern in erster Linie auf seinem Stuhl sitzt und von dort aus alles regelt. Deshalb ist es ratsam links und rechts neben dem Stuhl alles anzurichten. Also zum Beispiel links der Angelkoffer mit dem Zubehör und daneben die Köderdosen auf einem Halter am Spieß im Boden. Zwischen den Füßen den Futtereimer und rechts die Rute in direkte Nähe und der Kescher ebenfalls griffbereit.

So bereitest du die Futterstelle vor

Zu Beginn kann es sinnvoll sein, den leeren Futterkorb – ohne Haken an der Montage – mehrmals einzuwerfen. Zum Einen merken wir, ob er der Strömung standhält oder gegen einen mit mehr Blei getauscht werden muss, zum anderen zeigt sich, ob Hänger drohen.
Danach füllen wir den Futterkorb zum ersten mal und werfen unsere geplante Angelstelle an. Dazu peilen wir ein auffälliges Ziel am anderen Ufer an und versuchen, die Wurfkraft entsprechend der Entfernung zu dosieren. Ist der Wurf gelungen wird die Schnur im Clip der Angelrolle eingehangen, damit ab jetzt die Entfernung immer gleich ist. Alternativ kann auch auf der Schnur mit wasserfestem Stift eine Markierung gesetzt werden. Auch unsere „Zielpeilung“ muss immer gleich bleiben. Nur so treffen und füttern wir immer an der gleichen Stelle. Wer schon beim Einwerfen das Futter verteilt, der verteilt damit auch die Fische.
Bevor das Angeln startet, kannst du 3-6 Futterkorbladungen an die gleiche Stelle werfen und mit kurzen Rucken den Feeder entleeren. So hast du schon einen festen Futterplatz und die ersten Fische lassen nicht lange auf sich warten.

Feederangeln erfordert stetige Anpassungen der Montage

Erst jetzt wird das Vorfach eingehangen und der Haken beködert. Auch wenn keine Bisse zu verzeichnen sind, wird weiter regelmäßig der Feeder gefüllt und eingeworfen. Das kann je nach Situation alle 5 – 15 Minuten geschehen.
Auch der Hakenköder wird dabei kontrolliert und bei Bedarf ersetzt oder mit Lockstoff versehen.

Die Rute wird im 45° Winkel zum Futterplatz abgelegt und die Schnur soweit eingeholt, bis die Rutenspitze sich leicht biegt. An stillen Gewässern sollte die Spitze kurz über der Wasseroberfläche liegen. An Flüssen mit starker Strömung ist die Rute steil aufzustellen. So ist möglichst wenig Schnur im Strömungsdruck.

Jetzt beginnt normalerweise die nie endende Experimentierphase. Denn keinesfalls wird ein erfolgsorientierter Feederangler, die gesamte Zeit mit der gleichen unveränderten Montage durchangeln. Auch wenn die Fische am Platz sind und beißen, kann an einer Feedermontage etwas verbessert werden. Erst recht wenn der Erfolg ausbleibt, sollten wir zumindest Details verändern.
Jeder muss nun versuchen herauszufinden, wo der Fehler liegt:

  •  Ist der Haken und/oder der Köder zu klein oder zu groß?
  • Ist es gar der falsche Köder?
  • Ist mein Vorfach zu lang oder zu kurz?
  • Ist der Feeder zu groß (zu laut) oder zu leicht?
  • Verhindert eine falsche oder ungünstige Rutenablage die Bisserkennung?
  • Ist mein Futter zu nass (bleibt im Feeder) oder zu trocken (fällt schon an der Oberfläche aus dem Korb)?

Wer verändert und testet, der lernt immer dazu. Auch oder gerade wenn er Fehler macht. Nur wer keine Veränderungen vornimmt, kann natürlich auch keine Fehler finden. Deshalb solltest du immer weiter probieren und auch keine Möglichkeiten ausschließen.

2. Montagen für das Feederangeln

Man kann gerade beim Thema Montagen die Verliebtheit der Spezialisten erkennen. Aber das A und O einer guten Montage des Futterkorbs ist, dass sie verhedderungsfrei ins Wasser kommt! Kein noch so gutes Flechtwerk mit dutzendweise SuperHyperMegaWeltraumknoten fängt auch nur einen Fisch, wenn es als Riesenknäuel am Grund ankommt. Jeder sollte die Bindeweise verwenden, die er selbst am besten werfen kann. Lieber etwas primitiver montieren und dadurch mehr Angeln, als ständig frustriert am Wasser zu verzweifeln und massenweise Gordische Knoten zu entwirren – ist zumindest mein Motto.

Die Liste zeigt die beliebtesten Montagen. Die bildlichen Darstellungen sind nur einfache Skizzen und erheben keinen Anspruch auf künstlerische Bewertungen.

Feederboom-Montage

Diese Montagen sind am einfachsten zu binden und machen auch beim Werfen kaum Probleme. Gerade für den Einsteiger eine gute Möglichkeit das Feedern mal zu testen. Allerdings setzen diese Montagen dem Fisch relativ viel Wiederstand entgegen und sind damit nichts für sensible Tiere.

Auf die Hauptschnur wird ein Castingboom und danach eine Gummiperle gezogen. Dann wird der Wirbel angebunden und dort das Vorfach eingeschlauft.

Schlaufenmontage

Die Schlaufenmontage ist sicherlich die beste Möglichkeit mit dem Feeder zu agieren. Die Fische spüren kaum Widerstand und der Biss wird sehr gut erkannt. Wenn dabei einige Grundsätze beachtet werden, kann man damit durchaus verhedderungsfrei fischen.

Auf die Hauptschnur wird ein Einhänger oder Wirbel mit Karabiner gefädelt. Dann die Schnur auf 30 – 40 cm doppelt legen und daraus eine Schlaufe binden. Am Ende der großen Schlaufe wird eine kleine mit ca. 5 cm Länge gebunden und zwar so, dass eine längere Seite in der Hauptschlaufe entsteht, in der unser Einhänger ist. So wird der Knoten nicht vom gefüllten Futterkorb belastet, wenn wir damit werfen. Die entstandene Kleine wird durch nochmaliges Schlaufen halbiert. Die entstandene Zwischenschlaufe wirkt als Abstandhalter für das Vorfach, welches in der letzten eingehangen wird. Sinnvollerweise werden die Schlaufenknoten doppelt gebunden (zweimal durchgezogen), um deren Festigkeit zu erhöhen.

Dazu hier das passende Video:

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden


Im Video wird eine Futterkorbmontage erklärt, die ohne Wirbel auskommt. Damit spürt der Fisch keinen Wiederstand.

Festmontage

Wenn die Fische unproblematisch beißen, kann man mit dieser Art und Weise durchaus erfolgreich sein. Ich habe aber damit so meine Probleme beim Werfen. Somit setze ich diese Montage nur ein, wenn ich den Köder mit lockerem Unterhandwurf in Ufernähe platzieren kann.

Am einfachsten bindet man hier eine große Schlaufe von 30 – 60 cm Durchmesser in die Hauptschnur (natürlich mit dem doppelt geschlagenen Schlaufenknoten). Die schneidet man dann ungleichlang auf, ans kürzere Ende kommt der Futterkorb an das Längere der Haken. Wer flexibel bleiben möchte (oder muss), kann natürlich Wirbel an die Schnurenden binden. Dann werden eben dort Futterkorb bzw. Vorfach eingeklinkt und bei Bedarf durch andere ersetzt. Wer auf der sicheren Seite sein möchte, kann auch für den Feeder einen schwächeren Seitenarm einbinden. Verhängt sich dann der Futterkorb am Boden (oder auch im Baum beim Werfen) reißt nicht die ganze Montage ab und ein gehakter Fisch geht nicht verloren!

 

 

3. Schnur, Haken und Futterkörbe für das Feederangeln mit dem Futterkorb

Das Feederangeln ist sehr facettenreich und deshalb gibt es hierbei auch nicht die eine richtige Zusammenstellung für das Material. Je nachdem auf welche Zielfische oder in welchem Gewässer du angelst, müssen Schnur und Haken angepasst werden.

Die richtige Schnur

Grundsätzlich muss die Schnur zur Rute und zur zu erwartenden Beute passen. Aber das ist ja bei jeder Angelart so. In den meisten Fällen ist man mit monofiler Schnur bestens bedient. Dehnungsärmere Varianten vermitteln uns dabei genauer die Bisse der Fische. Zum Feedern verwende ich die Stärken von 0,18 bis 0,22 mm. Selten muss ich davon abweichen. Für den Picker ist meiner Meinung nach 0,12 bis 0,16 mm an Durchmesser angemessen.
Beim Feederangeln kann durch den Einsatz einer Schlagschnur (die ca. doppelte Rutenlänge besitzt), der Durchmesser der Hauptschnur gedrückt werden. Allerdings gibt es teilweise Probleme mit dem Knoten zw. den beiden Schnüren, da die Ringe der Feederruten sehr eng sind.

Bei sehr großen Wurfweiten oder großem Strömungsdruck kommt auch geflochtene Schnur zur Verwendung. Da diese keine Dehnung besitzt, werden Bisse sehr direkt angezeigt. Im Drill kommt es dann aber gerade durch die fehlende Dehnung zum häufigeren Ausschlitzen des Hakens. Eine vorgeschaltete monofile Schnur ist nur eine Notlösung, da es auch hier oft genug Probleme beim Wurf mit dem Verbindungsknoten gibt. Es werden auch so genannte Schockabsorber angeboten. Diese können zwischen Vorfach und Hauptschnur eingebaut werden und sollen das Ausschlitzen verhindern. Wer größere Probleme diesbezüglich hat, sollte es mal damit versuchen.
Da sich die Geflochtene mit Wasser voll saugt, sollte sie nicht bei frostigen Temperaturen eingesetzt werden.

Der richtige Haken

Eigentlich findet sich hier das gleiche Problem wie bei allen Angelarten wieder. Der Haken darf nicht zu klein sein damit er nicht zu schnell geschluckt wird und nicht zu groß damit er auch genommen wird. Es lohnt sich gerade hier nicht nur billig einzukaufen. Denn aufgebogene oder gebrochene Haken sind für den Angler und für den Fisch eine Zumutung. Ein möglichst dünnes Material erleichtert eine natürliche und unverdächtige Präsentation des Köders.

Mit der Vorfachlänge muss beim Angeln ständig experimentiert werden. Bei gutem Beißverhalten kann das Vorfach nur 20 cm lang sein und somit die Bisse schnell und sicher übertragen. Ist unsere Beute dagegen misstrauisch, können wir gezwungen sein bis auf 120 cm zu verlängern. Da wir das alles nicht vorher wissen, ist ein Beginn mit ca. 50 cm sinnvoll.

Die Hakengröße beim Feederangeln schwankt bei mir zwischen 16 bis 6 und am Winkelpicker zwischen 20 bis 12. Oft beginne ich meine Angelsitzungen mit der Hakengröße 16 und das bei beiden Angelarten. Je nach Beißverhalten und beißenden Fischarten, passe ich dann die Hakengröße an. Wer mit hoher Wahrscheinlichkeit Barben, Karpfen oder Forellen erwartet, sollte mindestens mit 10er Haken beginnen!

Ein Anbringen von Bleischroten auf dem Vorfach ( “ …damit der Köder nicht herumwirbelt…“ ), ergibt für mich keinen Sinn. In starker Strömung, wo dies geschehen könnte, angle ich mit sehr kurzem Vorfach und halte so den Köder recht still. Fische in kräftiger Strömung sind von Haus aus weniger misstrauisch und entschlussfreudiger. In langsamer Strömung, wo bevorzugt lange Vorfächer zum Einsatz kommen, stellt sich das Problem des „Herumwirbelns“ nicht.

Die richtigen Futterkörbe

Futterkörbe zum Angeln

Je nach Einsatzort und Futterart, kommen verschiedene Futterkörbe zum Einsatz. Hier zu sehen: Spiralfutterkorb (für Teig, Brot), geschlossener Futterkorb (Maden, Würmer), ein aus einer Filmdose selbst gebauter Futterkorb, Drahtfutterkorb (am meisten verwendet) © Paul Lahrmann

 

 

Es gibt grundsätzlich drei Futterkorbarten: Geschlossene Körbe, öffene Futterkörbe oder Futterspiralen. Alle haben ihre Berechtigung und Einsatzgebiet.

Offene Futterkörbe

Sie bestehen meist aus einem Drahtkäfig der unten und oben offen ist. Sie nehmen die Grundfuttermischung auf, die dann langsam von der Strömung ausgewaschen wird. Im Stillwasser kann eine gröbere Maschenweite als im Fluss gewählt werden. Es gibt hier nun verschiedene Formen der Körbe. Häufig sind sie rund, wobei drei- und viereckige Körper besser der Strömung wiederstehen. Zusätzlich gibt es auch Körbe mit konzentrischen Bleigewicht an der Unterseite (Speedkörbe) für weitere Entfernungen.

Geschlossene Körbe

Sie besitzen Boden und Deckel und sind mit Löchern versehen. Lose eingefüllte Maden kriechen so nach und nach aus dem Behältnis und locken damit die Fische an. Verlassen die Tierchen ihre Behausung zu schnell, kann man einige Löcher mit Klebeband verschließen und so deren Ausbruch verlangsamen. Durch den Eigenauftrieb und die geschlossene Form gelangen diese Körbe beim Einholen schnell an die Oberfläche und verhaken sich somit kaum an Hindernissen.
Ein solcher Korb kann auch mit einem Schwamm gefüllt werden, den man mit Lockstoff präpariert. Das ist eine gute Methode bei trübem Wasser und auch in der Nacht beim Aalangeln. Diese Korbart lässt sich gut aus Filmdosen oder Ü-Eiern selbst bauen.

Futterspiralen 

Sie laufen auf der Hauptschnur und nehmen meist zähes Grundfutter oder Teig auf, auch sie gibt es mit und ohne Bleibeschwerung.

Wenn unsere Feeder auch in der Strömung liegen bleiben sollen, brauchen sie ein entsprechendes Gewicht. Meist ist außen ein Bleischlitten angebracht, der so ein Wegrollen verhindert. Haben wir ein paar kleine Streifen Dachdeckerblei mit in unserer Ausrüstung, können wir das Gewicht des Futterkorbes bei Bedarf erhöhen. Ansonsten sollten immer verschieden schwere Körbe zur Verfügung stehen. In geschlossene Feeder ein Blei oder einen Kieselstein zur Gewichtserhöhung zu geben, stellt sicher das kleinste Problem dar.

-> In einem ergänzenden Artikel habe ich eine Anleitung bereitgestellt, wie du Futterkörbe selber bauen kannst

Weiteres Zubehör

Wirbel zur Verbindung verhedderungsgefährdeter Montageteile und evtl. zum Einhängen der Feeder:

Gummiperlen oder Silikonschlauchstücke als Knotenschutz am Wirbel:

Leger Beads o.Ä. zum Einhängen von Körbchen oder Bleien (Perlen mit Karabiner):

Booms zur verwicklungsfreien Montage der Futterkörbe (Plastikröhrchen mit Karabiner):

Die richtige Rute und Rolle für das Feederangeln mit dem Futterkorb

Kaum eine Angelmethode verlangt dem Gerät so viel ab wie das Feederangeln. In Flüssen müssen teilweise 100g schwere Futterkörbe an den Platz gebracht werden.

Folgende Punkte sind für Rute und Rolle wichtig (Kurzfassung):

  • starkes Rückgrat
  • dennoch sensible Spitzenaktion
  • extra große Ringdurchmesser für weite Würfe
  • eine kräftige Brandungsrolle bietet ein robustes Getriebe und eine saubere Schnurverlegung
  • der große Schnureinzug sichert ein ermüdungsfreies Einholen des Futterkorbes

Die richtige Rute

Bei der Wahl der Rute ist zu klären, welcher Rutentyp es sein soll. Es gibt nämlich für das Feederangeln grundsätzlich drei verschiedene Typen (siehe unten). Bei der Wahl der Länge ist entscheidend wo man Angeln möchte und welche Uferbedingungen vorliegen. Ich würde auf jeden Fall einen Korkgriff empfehlen, da dieser das angenehmste und hautverträglichste Material beinhaltet. Außerdem wähle ich grundsätzlich Steckruten.

Feederruten sind kräftige Grundruten (3 – 4,5m) mit hochsensiblen Zitterspitzen zum Futterkorbangeln. Eigentlich der Rutentyp von dem wir auf dieser Homepage reden. Die Grundeinteilung besteht meist in Light-Feederruten für ruhige Gewässer, Medium-Feeder für den Allrounder, Heavy-Feeder für Flüsse und Extra Heavy-Feeder für Ströme wie den Rhein. Immer beliebter werden auch mittlerweile sogenannte Beach–Feederruten für das Brandungsangeln.
Zu allen Ruten werden normalerweise 2 – 4 Wechselspitzen mitgeliefert, damit man mit der gleichen Rute, verschiedene Angelbedingungen (Wind, Strömung) bewältigen kann.
Um Missverständnissen vorzubeugen: eine andere Spitze ändert nicht die Aktion der Rute! Auch wenn immer mehrere Spitzen mitgeliefert werden, eigentlich passt nur eine Einzige ideal zur Rute. Die Verwendung der Spitzen richtet sich hauptsächlich nach den Wind- und Strömungsverhältnissen. Für beide gilt: je stärker um so härter die Spitze. Es sollte immer die am weichsten Mögliche verwendet werden.

Legerruten sind leichte Grundruten (ca. 3 m), welche im Endring ein Schraubgewinde haben. Dort kann dann eine Schwing- oder Zitterspitze angebracht werden. Einen entsprechenden Endring und die verschiedenen Spitzen kann man im Fachhandel kaufen. Somit ist es möglich, eine bereits vorhandene Grundrute (am besten eine zweigeteilte Steckrute) zum Einstieg in diese Angelei umzurüsten. Sicher nur ein Kompromiss – aber zum Testen ausreichend.

Winkelpicker sind feinste Zitterspitzenruten (2,4 – 3m) für möglichst ruhige Gewässer und kleine bis mittlere Fische. Normalerweise wird sie ohne Feeder sondern nur mit kleinster Bleibeschwerung gefischt. Meist werden sie mit drei Wechselspitzen versehen und sind somit auch universell einsetzbar.

Die richtige Rolle

Wir verwenden eigentlich nur hochwertige Stationärrollen. Die Verwendung von Freilaufrollen ergibt bei dieser Angelart keinen Sinn. Da der Fisch seinen Biss an der Rutenspitze erkennbar machen soll, darf die Schnur also nicht von der Rolle laufen.

Ein kräftiger Schnurfangbügel mit großem, kugelgelagerten Schnurlaufröllchen; robuste Rollenachse; kräftige, handfreundliche Kurbel; erstklassige Bremse; Metallabwurfkante (zum angeln mit geflochtenen Schnüren unabdingbar) an der Spule und eine hohe Übersetzung (über 5:1) sind die richtigen Zutaten, einer guten Feederrolle. Da Kopfbremsen die größeren Bremsflächen haben, lassen die sich meist besser dosieren.
Für den Winkelpicker sind sogenannte Minirollen durchaus angemessen. Überhaupt sollte man darauf achten, dass das Rollengewicht zur Rute passt. Unsere Ausrüstung darf weder zu sehr kopf- oder hecklastig werden.

-> In einem weiteren Artikel findest du noch mehr Tipps dazu, welche Rute, Rolle und Schnur für die verschiedenen Gewässer richtig ist.

Köder und Futter für das Feederangeln mit dem Futterkorb

Angelfutter zum Anfüttern

Es wichtig das Angelfutter entsprechend des Zielfisches und des Gewässers auszuwählen. © Paul Lahrmann

Es stehen viele Köder und Futtervariationen für das Feederangeln bereit. In den Angelläden stapeln sich Futtertüten und Aromastoffe in den Regalen. Aber manchmal ist weniger mehr und man kann auch mit einem Wurm und Zutaten aus der eigenen Küche erfolgreich angeln.

Mögliche Köder für das Feedern

Prinzipiell werden alle bekannten Angelköder auch beim Feedern benutzt. Da aber die Montage sehr unsanft im Wasser landet, kommen normalerweise nur die Robusteren zum Einsatz. Je nach Zielfisch, kann man bei der Köderwahl variieren. Die folgende Liste sollte nicht als Wertung verstanden werden.

Maden

Für viele Angler sind Maden der Topköder beim Feedern. Mit Maden fängt man sicher die meisten – aber oft auch die kleineren Fische. Dünndrahtige Haken sind Pflicht, sonst laufen die Tierchen beim Anködern aus. Ein Bündel von ihnen (alle nur an der Haut des dickeren Endes angepieckst) kann auch dicke Überraschungen bringen. 

Würmer

Wenn sie zu groß sind, können sie problemlos zerteilt werden. Am Besten immer nur einmal einstechen. Je freier sie sich bewegen, um so reizvoller. Steigern kann man die Reize indem man Luft oder Lockstoffe einspritzt. Ein Mistwurm in Kombination mit einer Made, ist für mich der Köder zum Feederangeln schlechthin.

Mais

Einfach Dose auf und loslegen – nahezu ideal! Achtung – nicht alle Friedfische können sich für diesen Köder begeistern. Zum Beispiel kann ich mich nicht erinnern, je eine Hasel damit gefangen zu haben. Aber gerade an Gewässern, wo sehr viel geangelt wird, müssen die Fische schon denken, dass Mais am Grund wächst. Im angetrübten Wasser wirken die Körner regelrecht als Signal zum fressen. Grundsätzlich kaufe ich nur billigen Lebensmittelmais und füge manchmal am Vortag etwas Lockstoff hinzu.
Hartmais selbst zu kochen ist zwar in der Masse billiger, aber nur etwas für Angler, die mit der Extra-Heavy-Feederrute den Karpfen nachstellen.

Engerlinge

Eigentlich mein Geheimtipp für große Fänge. Früher haben sie mich nur beim Umgraben im Garten gestört, mittlerweile sammle ich sie freudig ein und bewahre sie im Keller im feuchten Moos auf. Warum diese Dinger so gut fangen weis ich nicht, ist mir aber auch egal.

Pinkies

Die Minnimaden sind gut für die Winterangelei, wenn die Fische schnell satt werden und wenig fressen. Da man dabei mit 22er bis 18er Haken fischt, machen sie nur am Winkelpicker wirklich Sinn.

Käse

Im Herbst habe ich mit Gouda gute Erfahrungen bei der Barbenfischerei gemacht. Wenn der Käse noch mit Käselockstoff ordentlich zum Stinken gebracht wurde, ist er besonders gut. Also Nase zu und durch.

Frühstücksfleisch

Kleine Stücke mit der Ködernadel aufgezogen, bringen immer wieder mal schöne Barben, Döbel und Regenbogenforellen. Wer Probleme mit dem Halt am Haken hat, sollte im Hakenbogen ein Stück eines Blattes oder Grashalms einlegen, gegen das der Köder drückt und es so einklemmt. Es ist auch möglich, die Würfel schon zu Hause zuzuschneiden. Dann können sie kurz angebraten werden. So werden sie fester und riechen intensiver. Wer das Frühstücksfleisch gut kühlt oder es gar einfriert, wird ebenfalls beim Werfen weniger Probleme bekommen.

Teig

Der macht oft Probleme mit der Haltbarkeit am Haken. Hat aber den Vorteil, dass man den Geschmack mit den Zutaten, genau auf den Zielfisch abstimmen kann. Teighaken mit einer kleinen Spirale (oder ein Stück Kugelschreiberfeder) auf dem Hakenschenkel helfen oft weiter. Auch habe ich schon einige Wattefasern mit eingearbeitet, um die Haltbarkeit zu erhöhen.

Hanf

Soll ein guter Rotaugenköder sein!? Aber ich kann leider keinen durchschlagenden Erfolg damit vermelden. Laut Erzählungen anderer Angler sollte man nur dort damit angeln, wo viele Friedfischangler damit auch anfüttern und die Fische damit an den Köder gewöhnt sind.

Futter für das Feedern

Beim Feedern besteht ja der Trick darin, die Fische direkt am Haken anzufüttern. Wer hier einiges Grundsätzliches beachtet, kann wenig falsch machen. Natürlich gibt es viele Angler, die eine wahre Wissenschaft und ein Geheimnis daraus machen, welches Futter sie verwenden. Für das Wettkampfangeln ist das sicherlich auch sinnvoll und richtig, da der Angeldruck hierbei extrem groß ist. Wer aber für sich einen kleinen Futterplatz anlegen möchte, muss lediglich einige Punkte beachten.

Hauptproblem ist und bleibt die Konsistenz, denn das Futter soll am Grund den Korb verlassen und nicht an der Oberfläche beim Aufschlag. Genauso witzlos ist es, wenn das Futter wie einbetoniert im Korb bleibt. Ist das Futter so angefeuchtet, dass du mit der Hand Ballen formen kannst, hast du das richtige Verhältnis von Wasser und Trockenfutter gefunden. Der Futterballen sollte aber nicht klitschnass zusammenkleben, sondern auch wieder locker aufgebrochen werden können. Rieselt das Futter aber durch die Finger, hält es nicht im Korb. Du kannst am Wasser immer etwas testen. Wenn das Futter beim Einholen noch im Korb hängt, ist es definitiv zu nass oder wurde zu fest in den Futterkorb gepresst.

Für das Stillwasser reicht trockenes Futter, für schnell fließende und tiefe Gewässer ist feuchtes Futter richtig. Helles Futter zieht große Fische an, dunkles eher kleine, da diese das helle aus Angst vor Fressfeinden meiden. In trüben Gewässern bringt rotes Futter die besten Resultate.

Am billigsten geht es, wenn man Paniermehl mit einigen Kostproben des Hakenköders mischt. Damit lassen sich schon einige Fische locken. Für wen Geld keine Rolle spielt, ist es am einfachsten, sich Spezialfutter im Fachhandel zu kaufen. Für jeden Gewässertyp und jede Fischart gibt es die passenden Mischungen. Ich wähle meist den Mittelweg und mische gekauftes Futter (Feeder, River, Barbe, Plötze u.A.) mit Paniermehl im Verhältnis 1 zu 3 .
Je nach Gewässer und Köder kommt dazu noch ein bis ein halber Teil Maismehl, Haferflocken, Hanfmehl o.A.
Bei starker Strömung kommt noch feiner Splitt (auch Lehm oder Flusssand) zum beschweren dazu.
Salz, (bei Brassen) Zucker, Lockstoffe, (im Winter) gekörnte Fleischbrühe und in jedem Fall Proben vom verwendeten Hakenköder erhöhen die Lockwirkung enorm. Im Winter kann im Extremfall auch nur aromatisierte Angelerde erfolgreich sein.
Grundsätzlich gilt: Anlocken, nicht sättigen!

Lockstoffe und Aromen im Futter

Eine unglaubliche Vielzahl an Mittelchen und Tinkturen warten beim Gerätehändler auf den Petrijünger. Und oft ist es schon sinnvoll, das Futter oder den Köder aufzupeppen. Wenn das Wasser trüb ist, müssen die Fische ja erst mal auf unseren Köder aufmerksam gemacht werden. Das funktioniert über den Geruchssinn natürlich ganz gut.
Auch wenn das Wasser sehr kalt ist, locken wir besser mit Gerüchen als mit zuviel Futter.

Ich würde sie in zwei Kategorien einteilen:

Aus der Küche: Was uns schmeckt, das schmeckt auch den Fischen (meistens jedenfalls). Damit ist schon viel gesagt. Probieren bringt den Erfolg. Salz benötigen alle Tiere und so können wir es dem Futter immer mal zugeben. Vanillearoma bzw. Vanillinzucker wirkt oft toll auf Weißfische. Zucker für Brassen und Karpfen ist auch weithin bekannt. Parmesankäse im Futter für Barben und Döbel ist Top.
Auf Satzkarpfen ist es immer einen Versuch wert, Köder oder Futter mit Honig aufzupeppen. Süßer Sirup kann auch benutzt werden.
Wer gern Ölsardinen oder Seelachsschnitzel ist, sollte den Sud abfüllen und beim nächsten Angelausflug verwenden. Damit lassen sich hervorragend Würmer veredeln. Besonders Döbel und Regenbogenforellen reagieren darauf.

Vom Angelladen: Allgemein habe ich gute Erfahrung mit Aminosäure gemacht, alle Fischarten scheinen es zu mögen. Käsearoma im Herbst für Barben (im Hochwasser) funktioniert auch gut.
Oft benutze ich Sprühflaschen mit Forellen- oder Brassenaroma, um Köder und den gefüllten Futterkorb damit einzunebeln. Geht gar nichts, hat mir schon oft Muschelaroma aus der Patsche geholfen.

Anzeige

1 Kommentar

  1. Genialer Artikel übers Feederfischen! I love it.

    Antworten

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Anzeige