Anfüttern beim Friedfischangeln

Das Anfüttern ist beim Friedfischangeln sehr wichtig um die Fische anzulocken und am Platz zu halten. In diesem Artikel erfährst du alles über die richtige Menge des Futters, wie du es richtig anmischst und welche Köder in Frage kommen.

Maden im Angelfutter

Das Angelfutter sollte immer auch Anteile enthalten, die an den Haken geködert werden. In diesem Fall Maden. © Paul Lahrmann

Anfüttern beim Friedfischangeln bringt den Erfolg

Friedfische ziehen meist in Schwärmen durch die Gewässer. Immer auf der Suche nach einem Platz, der viele Leckereien bereit hält. Mitunter haben sie auch feste Routen, die sie Tag für Tag abschwimmen. Deshalb ist es insbesondere beim Karpfenangeln sinnvoll schon zwei Wochen vorher zu beginnen, täglich an der vorgesehenen Angelstelle anzufüttern. Möchte ich mal einen Tag auf Brassen angeln, reicht es aus am selbigen das Futter mitzubringen.

Entscheidend ist dabei immer die Menge des Futters. Folgende Faktoren bestimmen darüber, wie viel überhaupt angefüttert werden muss:

  1. Zielfische: Wie bereits erwähnt benötigt man für das Karpfenangeln viel Futter. Beim Angeln auf Rotaugen tendenziell weniger.
  2. Tiefe und Größe des Gewässers: In großen Gewässern ist mehr Futter nötig um die Fische anzulocken. Entweder finden die Fische den Futterplatz bei zu wenig Futter einfach nicht oder es ist innerhalb kurzer Zeit weggefressen. Deshalb sind hier bis zu 10 Futterbälle auf 2-3qm verteilt absolut sinnvoll. In kleinen Teichen kann ein Futterball wiederum schon ausreichen.
  3. Gewässerart: In einem Fluss benötigt man meist mehr Futter, da die Strömung es verdriftet.
  4. Breiter Futterteppich beim Feederangeln

    Mit der Feederrute auf Brassen. ©Paul Lahrmann

  5. Angelart: Mit einer Stipprute kann man sehr gezielt, z.B. an einem Seerosenfeld angeln. Hier können wenige Futterbälle zielgenau an die Pose geworfen werden und locken schnell Fische an. Mit der Feederrute wird hingegen ein breiterer Futterteppich angelegt und somit mehr Futter verbraucht.
  6. Jahreszeit: Im Sommer sollten durchaus pro Angelsession 3-4 Kilo Futter eingeplant werden. Insbesondere wenn auf große Brassen geangelt wird. Im Winter hingegen reicht vielleicht schon ein halbes Kilo für einen Tag.

Wie so oft beim Angeln, muss man sich auch hier selbst an die richtigen Futtermengen herantasten. Sehr wichtig ist dabei, dass man zum einen nicht zu viel füttert, da die Fische ansonsten irgendwann satt sind, bevor sie unseren Köder finden. Und zum anderen nicht zu wenig, damit sie trotzdem noch am Platz bleiben.

 

Der Angelköder muss auch im Futter sein

Die Fische werden nicht nur durch die Duftstoffe angelockt. Auch die Aktivität im Futter ist wichtig. Das heißt, das Futterpartikel vom Futterplatz aufsteigen sollten um Aufmerksamkeit zu erzeugen. Besonders kleinere Fische locken fressen diese Partikel und locken durch ihre Anwesenheit wiederum größere Fische an.
Wichtig ist außerdem, dass der Hakenköder auch immer im Futter vorhanden ist. Wenn man also mit Maden angeln möchte, müssen auch immer lose Maden unter das Futter gemischt werden. Angelt man nur mit einer Paniermehlmischung, reicht auch ein fester Klumpen von der Mischung am Haken. Es können auch immer einzelne Maden mit einer Futterschleuder hinterhergeschossen werden.

So mischt ihr das Futter perfekt

Ganz entscheidend beim Angeln auf Friedfische inklusive Anfüttern ist es, das Futter richtig anzumischen. Fertige Mischungen kauft man „trocken“ verpackt. Es muss also noch mit Flüssigkeiten angerührt werden. Hierbei ist auch ein wenig Experemtieren angesagt. Es kommt nämlich immer darauf an, wie saugfähig das jeweilige Futter ist und wie warm die Luft ist, also wie schnell das Futter wieder austrocknet. Diese Punkte helfen dir dich richtig zu orientieren:

  • Gebe die gewünschte Menge Futter in einen Eimer und schütte dann etwas Wasser hinzu. Wichtig ist nicht gleich zuviel hinzuzugeben, sondern sich an die richtige Menge heranzutasten. Vermische also das Futter mit dem Wasser und rühre die Mischung. Zu beachten ist, dass das Futter mit der Zeit auch immer noch quellt. Die Wasserbeigabe in drei Schritten mit jeweils 10 Minuten Pause macht also Sinn.
  • Wenn du nun etwas Futter mit beiden Händen zu einer Kugel formst und es sofort auseinandern bricht, hast du zu wenig Wasser genommen. Bleibt die Kugel zusammen auch wenn du sie etwas hin und her wirfst, ist es gut.
  • Angelfutter mit dem Sieb auflockern

    Das Sieb lockert das Futter auf. ©Paul Lahrmann

  • Reibe das Futter durch ein Futtersieb, damit es locker wird und zu große Partikel auszusortieren.
  • Je nach Einsatzort muss das Futter eine andere Konsistenz haben. Im Fließgewässer, sollte es also etwas mehr Wasser enthalten, also schwerer sein, damit es schneller zum Grund sinkt. Du kannst auch Erde oder Steinsplitt hinzumischen. So landet der Futterballen nahe deines Angelplatzes am Grund. Im Stillwasser ist es wie gesagt von Vorteil, wenn es etwas lockerer ist und sich beim Absinken eine Wolke bildet.

Darauf ist bei der Zusammensetzung des Futters zu achten

Futter zum Angeln

©Paul Lahrmann

Im Angelladen können viele verschiedene Arten von Angelfutter gekauft werden. Es gibt sowohl fertige Mischungen, als auch nur die einzelnen Bestandteile wie zum Beispiel Maismehl und Hanfmehl. Zu den fertigen Mischungen können auch noch weitere Lockstoffe in Pulverform beigemischt werden.
Außerdem ist auch darauf zu achten, wie klar das Wasser und wie hell oder dunkel der Boden des Gewässers sind. Bei klarem Wasser sind Rotaugen zum Beispiel sehr vorsichtig und vermeiden jeden Kontrast zu ihrer Umgebung. So sollte man braunes oder schwarzes Futter verwenden.

 
 
 
 
 

Weitere Tipps für das Anfüttern und Angeln

  • in das Wasser für das Futter Vanille Aromen beimischen
  • beim Füttern die Stipprute einen Meter zurück ziehen und dann auf die Rutenspitze zielen
  • Kleine Fische locken größere an den Futterplatz

    Auf kleine, folgen schnell große Fische. ©Paul Lahrmann

  • kleine Fische sind direkt am Futter, die großen etwas daneben
  • die ersten 5-6 Ballen hart drücken
  • die letzten beiden nur locker und fast aufplatzen lassen = Partikelwolke
  • die erste Zeit mit sehr leichter Montage fischen. Also feine Pose, kleiner Haken und nur eine Made.
  • das Nachfüttern nicht vergessen
  • kommen die ersten schwereren Bisse, auf groberes Geschirr umsteigen

Diese Futtermischungen fangen sofort

Hier sind noch drei Varianten für Futtermischungen, die sich jeder selbst zusammestellen kann.

Mischungen für tiefe Flüsse mit vielen Brassen

  • 3 Liter schweres Paniermehl
  • 2 Liter Biskuitmehl
  • 1 Liter handelsübliches Fertigfutter für Brassen
  • 1 Liter Lehm
  • 1 Liter Maden / Pinkies

Variante:
– anstelle des Fertigfutter eine Mischung aus Maismehl, Zucker, etwas Vanille- und Karamelpulver
– statt Lehm 0,5 Liter Mehl, dazu Sand oder Kies nach Bedarf

Mischungen für Flüsse mit mäßiger Strömung und vielen Rotaugen, Tiefe bis 2,5 Meter

  • 2 Liter Brötchenpaniermehl
  • 2 Liter Biskuitmehl
  • 2 Liter Hanfmehl
  • 1 Liter Fertigfutter für Rotaugen
  • 0,5 bis 1 Liter Maden / Pinkies

Variante:
– anstelle des Fertigfutter eine Mischung aus Erdnußmehl, Maismehl und etwas Anispulver
– bei rascher Strömung dem Naßfutter trockenen Lehm/Kies/Erde zusetzen

Wolkenfütterung in stehenden und langsam fließenden Gewässern:

Mischung 2 eignet sich auch zur Wolkenfütterung in stehenden und langsam fließenden Gewässern. Dazu wird das Futter für flache, stehende Gewässer nicht zu stark angefeuchtet, so dass die Portionen bereits beim Aufprall an der Oberfläche beziehungsweise beim Absinken auseinander fallen. Auch Mischung 1 eignet sich für diese Verhältnisse, wenn man den Lehm weglässt und das Futter halbtrocken zubereitet.


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